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Darm & Übergewicht

Welche Rolle spielt der Darm bei Übergewicht?

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Eine gesunde Darmflora ist mitentscheidend für unsere gesamte Gesundheit. Neueste Studien belegen: Menschen mit weniger Darmbakterien und einer geringeren Vielfalt der Darmflora neigen eher zu Übergewicht, entzündlichen Reaktionen und den daraus resultierenden Krankheiten.

Früher nahmen Forscher an, dass das Körpergewicht zu 40 bis 70 Prozent durch genetische Bedingungen vorherbestimmt sei. Aktuelle Studien kommen jedoch zu dem Schluss, dass die Darmflora den bedeutsameren Einfluss hat. Französische und dänische Forscher stellten in einer Untersuchung fest, dass Probanden, deren mikrobielle Vielfalt um bis zu 40 Prozent geringer war, öfter übergewichtig waren und an Insulin-Resistenz oder einer Fettstoffwechselstörung litten.

In einer zweiten Studie erhielten übergewichtige oder fettleibige Studienteilnehmer sechs Wochen lang eine auf Abnehmen, anschließend eine sechswöchige auf Gewicht halten ausgerichtete Ernährung. Dabei zeigte sich, dass eine ballaststoffreichere Ernährung mit viel Gemüse und Früchten die Vielfalt der Darmflora anwachsen ließ.

Eine Studie deutscher Wissenschaftler konnte zeigen, dass auch die Interaktionsrate zwischen den Bakterienstämmen eine Rolle spielen kann. Kinder mit ähnlicher Anzahl und Vielfalt, aber geringerer Interaktionsrate entwickelten später eher Diabetes-typische Autoantikörper.

Bakterien behindern den Stoffwechsel

Der Grund könnte darin liegen, dass bei Übergewichtigen in der Darmflora zu viele kohlenhydrataufspaltende Bakterien existieren. Ein Vergleich mit "schlanken" Mäusen zeigte, dass unverdaute Kohlenhydrate wieder ausgeschieden werden, bei "dicken" Mäusen dagegen alles bis ins Kleinste verwertet wird.

Meist haben Übergewichtige, Diabetes-Patienten und Personen mit hohen Blutfettwerten auch erhöhte Entzündungsmarker. Bakterien besitzen einen Signalstoff auf ihrer Oberfläche, der Entzündungen hervorruft (bei Wunden ist das von Vorteil, da dann die Bakterien ausgeschwemmt werden). Solange diese Bakterien im Darm bleiben, passiert nichts. Kommt es aber zu einer erhöhten Konzentration dieser Bakterien im Blut (z.B. durch ungute Bakterien-Kombinationen oder bei zu fettiger Nahrung) können sich diese Signalstoffe an Organe andocken und den Stoffwechel beeinflussen. Dann fördern sie die Einlagerung von Fett.

Mehr Hunger durch Bakterien

Auch die Arbeit der Schilddrüse wird bei zu vielen bakteriellen Entzündungsstoffen erschwert, so dass weniger Schilddrüsenhormone gebildet werden und eine trägere Fettverbrennung zur Folge hat. Auch bei hormonellem Ungleichgewicht, bei einem Östrogen-Überschuss, Vitamin-D-Mangel oder bei zu viel glutenhaltigem Essen kann der Stoffwechsel negativ beeinflusst werden.

Und: Es gibt Bakterien, die unser Hungergefühl beeinflussen können. Diese produzieren Belohnungsstoffe wie Tyrosin oder Tryptophan, die im Gehirn zu Dopamin und Serotonin umgewandelt werden, so dass wir mehr Hunger haben. 

Quelle: welt.de/helmholtz-muenchen.de/«Darm mit Charme»

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