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Gestresste Darmflora

Ungesunde Darmflora kann für Stress sorgen

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Dass Stress dem Körper nicht guttut, ist nicht neu. Unangenehme Situationen schlagen uns schnell einmal auf den Magen oder Darm. Symptome wie Durchfall oder Verstopfung können die Folgen sein. Aber auch der Darm selbst kann Auslöser für Stimmungen, Stress und Ängste sein.

Mehr noch, der Verdauungstrakt ist in der Lage, über Nerven, Hormone und das Darmimmunsystem das Gehirn und damit unsere Emotionen zu beeinflussen. Davon geht jedenfalls Peter Holzer, Professor der Experimentellen Neurogastroenterologie am Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der Medizinischen Universität Graz aus.

Individuelle Darmflora

Zwischen 800 und 1000 unterschiedliche Bakterienarten siedeln in unserem Darm, sie bilden je nach Zusammensetzung eine von Mensch zu Mensch verschiedene Darmflora, die in den ersten drei Lebensjahren angelegt wird und wie ein genetischer Fingerabdruck für jedes Individuum ganz spezifisch ausgeprägt ist. Ungefähr 1,5 Kilogramm bringt diese Masse an Bakterien pro Mensch auf die Waage.

Doch die Darmflora ist anfällig. Mehrere Studien konnten bislang zeigen, dass ein Ungleichgewicht zwischen Darmflora und Darmimmunität auch die Entwicklung psychischer Krankheiten begünstigen kann. Forscher haben herausgefunden, dass Patienten mit Entzündungen im Magen-Darm-Trakt oder Reizdarm häufig auch Angsterkrankungen und depressive Verstimmungen aufweisen. Solche Depressionen könnten die Folge der gestörten Darmflora sein – und nicht die Ursache, so Holzer.

Chronischer Stress macht Darmwand dünner

Dass die Darm-Gehirn-Achse in beide Richtungen funktioniert verdankt der Mensch langen Nervenfasern, die vom Magen-Darm-Trakt bis ins Gehirn reichen. Laut einer Hypothese können bestimmte Proteine (Zytokine), die das Wachstum und die Differenzierung von Zellen regulieren und bei Entzündungen durch Aktivierung des Immunsystems ausgeschüttet werden, eine Depression begünstigen.

Auch chronischer Stress könne dazu führen, dass die Magenschleimhaut immer dünner und durchlässiger wird. Die erhöhte Durchlässigkeit ermöglicht das vermehrte Eindringen bakterieller Bestandteile in die Darmwand, was dazu führt, dass das lokale Darmimmunsystem Zytokine ausschüttet. Diese wiederum können zu einer Signalübertragung an das Gehirn führen.

Zwar besteht hier noch weiterer Forschungsbedarf, um von kausalen Zusammenhängen sprechen zu können. Doch Anzeichen deuten darauf hin, dass eine gesunde Darmflora auch für das Gehirn selbst von Bedeutung ist.

Quelle: focus.de/TR
Letztes Update: 9.7.2013

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