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Eier schaden nicht

Entwarnung für das Frühstücksei

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Eier gleich Cholesterin gleich hohes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko? So die gängige Meinung zum täglichen Frühstücksei. Doch Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es zwischen dem Genuss von Eiern und dem Gesundheitsrisiko keinen Zusammenhang gibt.

Die Deutschen verzichten mehrheitlich auf auf das tägliche Frühstücksei. Jedenfalls sank der Verbrauch für Eier und Eiererzeugnisse seit 1990 von 285 auf 212 Stück pro Konsument im Jahr 2011. Laut dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz betrug der Eierverbrauch im Jahr 1950 136 Stück pro Person und Jahr (altes Bundesgebiet), bis 1985 nahm dies kontinuierlich auf 285 Eier zu. Seit 1990 ist der Verbrauch leicht rückläufig.

Mitverantwortlich für den Rückgang dürften einige Studien gewesen sein, die einen Zusammenhang von hohen Cholesterinwerten und der Häufigkeit, an Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken, herstellten.

Schädliches Cholesterin?

LDL-Cholesterin (engl.: Low Density Lipoprotein, auch schlechtes Cholesterin genannt), kann sich an Blutgefäßwänden ablagern und zu Gefäßverengung, schließlich zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Die Amerikanische Herzgesellschaft empfahl daher, nicht mehr als 300 mg Cholesterin pro Tag zu sich zu nehmen. Wurde das LDL medikamentös gesenkt, verringerte sich auch das Risiko.

Klar, dass mit dem Frühstücksei (ein Ei hat rund 210 mg Cholesterin) bereits ein Großteil der erlaubten Cholesterinmenge aufgenommen wird. Doch dieser Zusammenhang ist von chinesischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern infrage gestellt worden.

Cholesterin nicht alleinige Ursache

Laut einer Meta-Studie hat auch das täglich genossene Frühstücksei keine Auswirkungen auf die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, berichten die Forscher im «British Medial Journal online». Hierzu hatten sie andere Studien analysiert, die sich seit 1966 mit dem  Zusammenhang zwischen Eierkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beschäftigt hatten. Insgesamt wurden Daten zu 470'000 Patienten ausgewertet. Das Resultat:  5874 bekamen Probleme am Herzen und 7579 erlitten einen Schlaganfall, egal ob sie wenig Eier oder eines pro Tag gegessen hatten.

Sind Eier also doch keine Cholesterin-Bomben? Paul Erne, Leiter des Herzzentrums am Kantonsspital Luzern, kommentiert das Resultat mit den menschlichen Erbanlagen. Gegenüber der «NZZ am Sonntag» erklärte er, dass die Cholesterinwerte nur teilweise von der Ernährung beeinflusst werden. Denn Gene bestimmen, wie gut die Leber das LDL-Cholesterin abbauen kann.

Mediterrane Ernährung schützt

Thomas Lüscher, Klinikdirektor der Kardiologie am Universitätsspital Zürich, empfiehlt daher in der gleichen Zeitung eine mediterrane Ernährung mit viel Obst und Gemüse, wenig tierischen, dafür aber vielen pflanzlichen Fetten. Auch Nicht-Rauchen, Normalgewicht und regelmäßige Bewegung beeinflussten die Ablagerung von Cholesterin in den Blutgefäßen. Ernährungsgesellschaften empfehlen, etwa 30 Prozent des Energiebedarfs mit Fett zu decken. Bei Normalgewicht kann man pro Tag also ein Gramm Fett pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen.

Neben dem Cholesterin sind in Eiern aber auch hochwertige Proteine, Natrium, Kalium, Vitamin A und E sowie essentielle und semi-essentielle Aminosäuren enthalten. Außerdem spielt auch die Ernährung des Huhns für den Nährwertgehalt des Eis eine Rolle. Eier von Hühnern, die zusätzlich zu Samen und Körnern auch frische Pflanzen, Insekten, Würmer und Schnecken fressen, weisen einen höheren Nährwert auf. Wer kann sollte deshalb beim Biobauern seines Vertrauens Eier kaufen statt im Supermarkt.

Pro 50g essbaren Anteil (entspricht etwa einem mittelgroßen Ei) sind enthalten: 

 

Nährwerte     Mineralstoffe  
Wasser 37,2 g   Natrium 72,5 mg
Eiweiß 6,4 g   Kalium 72,5 mg
Kohlenhydrate 0,35 g   Eisen 1000 µg
Mineralstoffe 500 mg   Zink 650 µg
      Phosphor 107,5 mg
      Schwefel 90 mg

 

Vitamine     Aminosäuren  
Vitamin A 135 µg    Isoleucin 465 mg
Vitamin B2 205 µg   Leucin 630 mg
Vitamin E 1000 µg   Lysin 445 mg
Pantothensäure 800 µg   Penthylananin 400 mg
      Threonin 355 mg
         

 

Lipide  
gesättigte Fettsäuren 1,55 g
Linolsäure 574 mg
α-Linolensäure 16,5 mg
EPA 2 mg
DHA 18,5 mg
Arachidonsäure 171 mg
LDL-Cholesterin 212 mg

 

Autor: Tino Richter
Quelle: NZZ am Sonntag, BMJ online
Zuletzt aktualisiert: 11.8.2016

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