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Nährstoffmangel

Warum ist Vitamin- und Mineralstoffmangel so weit verbreitet?

Es gibt große Unterschiede zwischen der Ernährung unserer Urahnen und unserer heutigen Ernährung. Unsere Ernährung hat sich im Laufe der letzten hundert Jahre gravierend verändert. Sie ist heute, verbunden mit einer totalen Bewegungsarmut, mitverantwortlich für eine ganze Reihe von Zivilisationskrankheiten. Allen voran stehen die weit verbreiteten Herzerkrankungen, Osteoporose, Bluthochdruck und Diabetes. Diese Krankheiten traten vor dem 20. Jahrhundert äußerst selten auf.

Wir hier in Europa sind es gewohnt, dass unsere Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie für alle Bewohner genug produzieren. Wir stellen sogar so viel her, dass wir noch Lebensmittel exportieren können. Unsere moderne Ernährung unterscheidet sich aber stark von derjenigen, mit der die Menschheit «grossgezogen» wurde. Wir sind nämlich von Natur aus nicht auf eine stark raffinierte, nährwertlose Ernährung mit viel Zucker, tierischem Fett, Salz und Lebensmittelzusätzen eingerichtet. Studien und Untersuchungen haben immer wieder gezeigt, dass die meisten Menschen mit Mikro-Nährstoffen unterversorgt sind.

Nährstoffmangel bzw. Unterversorgung mit bestimmten Vitalstoffen in unserer Überflussgesellschaft? Studien decken einige dieser Mängel auf, wie z. B. die Unterversorgung mit Kalzium vor allem bei Kindern und Jugendlichen durch zu wenig kalziumreiche Nahrungsmittel. Unsere Kids greifen lieber zur Limonade als zu gesunder Vollmilch oder Mineralwasser.

Gründe für Vitamin- und Mineralstoffmangel

Ein Grund für eine Unterversorgung mit bestimmten Vitalstoffen ist die in weiten Teilen der Bevölkerung vorherrschende einseitige Ernährung, mit beispielsweise zu viel Fast Food und Fertiggerichten sowie zu viel Fleisch. Diese weisen zum größten Teil keine ausgewogene Nährstoffbilanz auf und sind viel zu fetthaltig.Weitere Gründe sind:

  • Regelmäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum sowie Medikamenteneinnahme können eine Mangelversorgung mit bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen verursachen. Rauchen erhöht u. a. den Bedarf an Vitamin C, E, Selen und Carotin. Über 90% der älteren Erwachsenen nehmen regelmäßig Medikamente. Diese wirken sich störend auf das Stoffwechselgleichgewicht aus. Entwässerungstabletten z.B., welche bei Bluthochdruck zum Einsatz kommen, rauben dem Körper Kalium und Magnesium.

Häufige Mangelerscheinungen

Nährstoffmangel

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  • Die Pille z. B. beeinträchtigt den Stoffwechsel von Folsäure und Vitamin B6 und erhöht den Bedarf an diesen Vitaminen.
  • Diabetiker und Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion sind nur schlecht in der Lage, Carotinoide aus pflanzlichen Nahrungsmitteln in Vitamin A umzuwandeln.
  • Auch Antibiotika können durch ihre die Darmflora zerstörende Wirkung die Aufnahme der Vitamine B2 und K, aber auch von Biotin behindern.
  • Raffinierung und industrielle Verarbeitung rauben unseren Nahrungsmitteln viele wertvolle Nähr- und Faserstoffe.
  • Weißmehl hat, verglichen mit Vollweizenmehl, nur etwa 15% des Vitamin E-, nur etwa 25% des Vitamin B6- und weniger als 1% des Chrom-Gehaltes. Moderne intensive Landwirtschaftsmethoden, saurer Regen und Umweltverschmutzung laugen den Boden aus und entziehen ihm viele wichtige Mineralien. Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt hängt von der Bodenqualität, dem Reifegrad bei der Ernte und den eingesetzten Transport- und Lagermöglichkeiten ab. Eine große frische Karotte z. B. kann zwischen 200 und 20.000 IE enthalten. (IE = Internationale Einheiten sind Messgrößen bestimmter medizinisch verwendeter Wirkstoffe wie zum Beispiel Vitamine und Hormone).
  • Luftverschnutzung erhöht den Vitamin-E-Bedarf, das zum Schutz der Lungen benötigt wird.

Auch zuviel ist nicht gut

Es ist also kein Wunder, dass bedingt durch die Ernährung, die Gesundheit von immer mehr Menschen in Gefahr ist. Bis zu unserem 65. Lebensjahr haben wir etwa 50 Tonnen Nahrungsmittel und Getränke zu uns genommen, verdaut und verstoffwechselt. Lebenslange schlechte Essgewohnheiten haben daher großen Einfluss auf die Gesundheit und den Alterungsprozess.

Doch auch das Gegenteil, nämlich ein Zuviel an bestimmten Nährstoffen kann der Gesundheit schaden und zu Unverträglichkeiten wie z.B. Fructoseintoleranz oder Glutensensitivität führen. Der Grund liegt hier einfach darin, dass die Darmflora entwicklungsgeschichtlich nicht darauf vorbereit ist, große Mengen eines einzigen Stoffen aufzunehmen.


Hier herrscht Nährstoffmangel:

Laut neusten Ernährungsstudien besteht vor allem ein Mangel bei folgenden Nährstoffen:


 

 Folsäure

Vitamin D

 Eisen

Ballaststoffe

 Kalzium

Jod

 Kinder

 X X X X  X

 Erwachsene

 X X X X X X

 Ältere

 X X   X 

Quelle: Vortrag Prof. Dr. Gertrud Winkler: «Lebensmittel von morgen» 2.7. Kreuzlingen (GRETA-Studie, ESKIMO-Studie, NVS II-Studie, DEGS )

  • KLEINKINDER erhalten zwar eine angemessene Energiezufuhr, altersgerechte Anteile der Hauptnährstoffe sowie eine altersgerechte Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen, es mangelt ihnen jedoch an Jod, Folsäure, Vitamin D, Eisen und Ballaststoffen. Folsäure und Zink sind für das Wachstum und die Entwicklung außerordentlich wichtig.
    Zudem trinken sie zu wenig, essen zu wenig pflanzliche Lebensmittel und Vollkornprodukte sowie zu viel Fleisch/Wurst, Süßigkeiten und gesüßte Getränke. 
  • KINDER UND JUGENDLICHE trinken zu viele gesüßte Getränke (Jungen teilweise auch Alkohol), essen zu wenig pflanzliche Lebensmittel sowie Vollkornprodukte, dafür zu viel Fleisch/Wurst, Süßigkeiten. Zwar gibt es auch hier eine angemessene Energiezufuhr und auch die  empfohlenen Anteile der Hauptnährstoffe sowie die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen sind altersgerecht. Aber auch hier fehlen die oben genannten Stoffe wie Jod, Folsäure und Ballaststoffe. Mehr als ein Drittel der jungen Frauen leidet unter Eisenmangel, welcher Erschöpfungszustände und Anämie zur Folge hat.
  • ABER AUCH ERWACHSENE essen zu wenig pflanzliche Lebensmittel, Vollkornprodukte, zu viel Fleisch/Wurst, Streichfette, Süßwaren. Trotz angemessener Flüssigkeitszufuhr trinken Männer teilweise zu viel Alkohol und haben teilweise keine angemessene, weil zu hohe, Energiezufuhr. Die empfohlenen Anteile der Hauptnährstoffe werden teilweise nicht erreicht, die Zufuhr von Vitaminen und Mineralien sind bedarfsgerecht mit Ausnahme von Jod, Vitamin D, Folsäure; Eisen und Kalzium bei Frauen sowie Ballaststoffen.
  • ÄLTERE MENSCHEN nehmen eher regelmäßig selbst zubereitete, vielseitige Hauptmahlzeiten zu sich. Sie erhalten eine adäquate Zufuhr von Energie, Hauptnährstoffen sowie Vitaminen und Mineralstoffen mit Ausnahme von Vitamin D, Folsäure und bei Frauen von Kalzium. Pflegebedürftige ältere Menschen haben große Probleme im Essalltag und sind am meisten vom Risiko der  Mangelernährung betroffen. Besonders ältere Menschen leiden an osteoporotischen Knochenbrüchen, weil sie im Laufe ihres Lebens zu wenig Vitamin D3 und Kalzium zu sich nehmen.
Alfred Vogel

Alfred Vogel: Die Ernährung muss der Gesundheit dienen

Die zehn Ernährungsgrundsätze von Alfred Vogel lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Du bist (auch), was du isst!

Essen soll Freude machen und der Gesundheit dienen. Die Nahrungsmittel sollten aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft stammen und so frisch und natürlich wie möglich sein – dann schmecken sie auch gut und sind gesund.

Frische, abwechslungsreiche Kost

Achten Sie grundsätzlich auf eine möglichst naturnahe, ballaststoff-, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung. Empfehlenswert sind Fette in Form von guten Pflanzenölen und Fisch, der Omega-Fettsäuren enthält.

Langsam essen

Essen Sie langsam und kauen Sie gut („Gut gekaut ist halb verdaut“). Essen Sie „leicht“ zu Abend – mit Gemüsetellern, Salaten, feinen Suppen und frischem Obst.

Schonend zubereitet

Lebensmittel sollten frisch und schonend zubereitet werden (nicht im Fett braten), damit wertvolle Vitalstoffe nicht unnötig verloren gehen. Warme Speisen, die an und für sich durch das Kochen schon eine gewisse Verminderung an Vitalstoffen erleiden, sollte man nicht nochmals aufwärmen. Fertig- oder Halbfertigprodukte sollten Sie vermeiden; wenn das nicht möglich ist, achten Sie auf den Vitamin- und Mineralstoffgehalt und ziehen Sie z.B. tiefgekühlte Erbsen solchen aus der Dose vor.

Bewegung

Gewöhnen Sie sich an, nach dem Essen einen Spaziergang zu machen. Das sorgt für gute Atmung und unterstützt die Verdauung.

Fastentage

Legen Sie Fastentage ein. Günstig zur Darmpflege sind auch einzelne, wenn möglich regelmässige Saft-, Obst-, Sauerkraut- oder Reistage.

Weniger Alkohol & kein Nikotin

Trinken Sie wenig(er) Kaffee oder Alkohol. Verzichten Sie auf Nikotin. Diese Substanzen wirken reizend auf Organe wie z. B. Magen und Darm.

Kräuter & Gewürze

Bereiten Sie das Essen mit Hilfe von Kräutern, Keimen, Sprossen, Knoblauch, geriebenem Meerrettich, Zitronensaft etc. schmackhaft zu. Pflegen Sie auch im Kleinen die Freude am Essen.

Maß halten

Essen Sie insgesamt mässig, denn, so meint A.Vogel, bei Vollwertnahrung braucht man 40–50% weniger zu essen und ist trotzdem besser ernährt. Alfred Vogel selber lebte vorwiegend vegetarisch und ernährte sich von naturbelassener, basenüberschüssiger Vollwertkost mit einem hohen Rohkostanteil, so wie es die im Einklang mit der Natur lebenden Völker natürlicherweise noch heute tun.

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