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Hoher Blutdruck: Gefühle sind schwerer erkennbar

Wer unter hohem Blutdruck leidet, lebt offenbar wie unter einer Glasglocke: Er nimmt Gefühle bei anderen nur gedämpft wahr.

Das haben US-Forscher jetzt in einer Studie mit 106 Freiwilligen gezeigt. Egal, ob es sich um emotionale Gesichtsausdrücke handelte oder um die Beschreibung einer emotional aufgeladenen Situation – je höher der Blutdruck, desto schlechter konnten die Probanden das vorherrschende Gefühl erkennen und beschreiben.

Was bei diesem Zusammenhang allerdings Ursache und was Wirkung ist, können die Wissenschaftler bisher nicht sagen. Es sei möglich, dass der erhöhte Druck die Durchblutung im Gehirn verändert und damit die Reaktion auf Gefühle beeinflusst. Ebenso denkbar sei, dass beides, der höhere Blutdruck und die veränderte Wahrnehmung, auf Veränderungen in einem übergeordneten Regelkreis zurückgehen und somit nur zwei Symptome eines anderen Problems sind.

Hoher Blutdruck ist meist nicht spürbar

Auch der umgekehrte Fall sei nicht auszuschließen, dass die gedämpften Emotionen Stress erzeugen und damit den Blutdruck erst hochtreiben. Menschen spüren im Allgemeinen nicht, wie hoch ihr Blutdruck ist. Umso mehr überrascht es daher, dass Wissenschaftler seit einiger Zeit eine unerwartet enge Beziehung zwischen bestimmten Empfindungen und dem Blutdruck vermuten. So scheint hoher Blutdruck beispielsweise mit einer verringerten Schmerzempfindlichkeit einherzugehen, und auch andere negative Empfindungen wie etwa das Stresserleben sind reduziert.

Und nicht nur das: Bereits vor einigen Jahren konnte nachgewiesen werden, dass Menschen mit höherem Blutdruck auch eigene Gefühle weniger intensiv wahrnehmen, selbst wenn es sich um positive wie Freude oder Überraschung handelt.

Hoher Blutdruck hat Einfluss auf das Gefühlszentrum

Erklärungen dafür gebe es eine ganze Reihe, erläutern die Forscher. Neben einem direkten Einfluss auf das Gefühlszentrum im Gehirn durch eine veränderte Durchblutung könnte die Dämpfung beispielsweise ein Marker für eine körperliche Veränderung sein, die auch der falschen Blutdruckregulation zugrunde liegt.

Umgekehrt sei es auch denkbar, dass die Unempfindlichkeit gegenüber den Gefühlen anderer zu sozialem Stress führt, etwa weil man die feinen Schwingungen in einem Gespräch nicht bemerkt oder andere unabsichtlich vor den Kopf stösst. Das wiederum könne den Blutdruck hochtreiben und damit das Problem noch verschärfen. Wie genau die Kopplung zustande kommt, sollen nun weitere Studien klären.    

Quelle: wissenschaft.de

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