Eine
grossartige Chance im Leben einer Frau zu neuen Ufern aufzubrechen, ihr
Leben neu zu orientieren. Die Kinder sind gross, meist haben sie das
Elternhaus bereits verlassen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen endlich
das zu tun, was Frau schon immer tun wollte. Wären da nicht diese
lästigen Wechseljahrsbeschwerden, die so mancher Frau zu schaffen
machen. Verantwortlich gemacht für diese Symptome wie z.B.
verkürzte Zyklen
verstärkte bzw. schwächere Zyklen
Schweissausbrüche
Schlafstörungen
Stimmungsschwankungen
werden in der Prämenopause (vor der Menopause) die Hormonschwankungen und in der Perimenopause (während des Klimakteriums) der Hormonabfall weiblicher Hormone auf einen bleibenden niedrigen Level. Um
einen besseren Einblick in den Zyklus einer Frau zu bekommen, machen
wir einen kleinen Ausflug in die Welt der Hormone. Sie sind die so
genannten Botenstoffe unseres Körpers und für die
Informationsübermittlung zwischen Zellen, Geweben und Organen
unentbehrlich.
Der Begriff «Organismus», wie unser Körper auch oft genannt wird,
impliziert die «Organisation» (Koordination) seiner Bausteine zu einem
funktionierenden Ganzen, das in sinnvoller Interaktion mit der Umwelt
steht. Nerven- und Hormonsystem sind beide für diese Koordination
verantwortlich. Das Nervensystem kann die Aktivität innerer Organe
blitzschnell über die Impulsweiterleitung entlang der Nervenbahnen
steuern. Im Gegensatz dazu reagiert das Hormonsystem mit seinen
Botenstoffen (Hormonen) als Überträgersubstanz langsamer. Ihre Wirkung
setzt erst nach Minuten oder manchmal auch Tagen ein, bleibt aber
länger bestehen. Hormone sind körpereigene Substanzen, die in
winzigen Mengen aus Hormondrüsen dem Blutkreislauf zugeführt werden.
Auf dem Blutweg erreichen sie spezifische Rezeptoren an den Zellen
ihrer Erfolgsorgane und bewirken dort den gewünschten Effekt. Dies
funktioniert nach dem «Schlüssel-Schloss-Prinzip». Der «Schlüssel», ein
spezifisches Hormon, passt nur zu einer ihm entsprechenden Art von
«Schloss», einem Rezeptor. Nur die passenden Hormone können dort
andocken und dann in den Zellen bestimmte Stoffwechselvorgänge in Gang
setzen.
Wie Hormone den weiblichen Zyklus bestimmen Der weibliche Zyklus lässt sich in 2 Phasen einteilen:
1. Follikelphase – Eireifungphase (vom 1. bis ca.14. Tag des Zyklus) In
dieser Phase wirkt fast ausschließlich Östrogen, welches dafür sorgt,
dass die Gebärmutterschleimhaut nach der Periode wieder aufgebaut wird
und eine Eizelle heranreift bzw. wächst. Der Östrogenspiegel im Blut
steigt bis zum ca. 13. Zyklustag stetig an, wobei er am 12.-13. Tag
seinen Spitzenwert erreicht. Dadurch kommt es zur Ovulation, dem
Eisprung. Nach dem Eisprung sinkt die Östrogenproduktion und die 2.
Zyklusphase beginnt.
2. Lutealphase (Gelbkörperphase) Aus
dem Follikel (Ei) wird ein Gelbkörper. Die Zellen des Gelbkörpers
(Corpus luteum) produzieren in der 2. Zyklushälfte das Hormon
Progesteron. Dieses sorgt ab dem ca. 14. Tag dafür, dass die
Gebärmutterschleimhaut eine Nährflüssigkeit absondert, die für die
Entwicklung eines Embryos erforderlich ist. Findet keine Befruchtung
statt, kommt es zur „Abschilferung“ der Gebärmutterschleimhaut und damit zur Menstruation (Blutung). nach oben ^
Was passiert im Klimakterium? Der
Östrogenspiegel, der seit dem 30. Lebensjahr schon langsam absinkt,
erfährt stärkere Schwankungen, bis er sich schließlich auf einem neuen,
niedrigeren Level einpendelt. Gestagen sinkt ebenfalls ab, weil es
immer seltener und später überhaupt nicht mehr zum Eisprung kommt. Die
gute Nachricht: In Eierstöcken und Fettgewebe wird weiterhin lebenslang
Östrogen, in den Nebennieren Östrogen und Progesteron hergestellt.
Allerdings in geringerem Umfang. Mittlerweile wurde durch viele Studien
(z. B. Women’s Health Initiative) belegt, dass die
Östrogen-Substitutionstherapie zu einem Anstieg an Eierstockkrebs- und
Brustkrebserkrankungen sowie einem erhöhten Schlaganfallrisiko führen
kann. Alternativen aus der Natur Einige
Pflanzen produzieren hormonähnliche Wirkstoffe, so genannte
Phytoestrogene, die zur Gruppe der sekundären Pflanzeninhaltsstoffe
gehören und in ihrem Aufbau dem menschlichen Hormon Östradiol ähnlich
sind. Phytoestrogene haben aber nicht die zellteilende Wirkung von
Östradiol, die dafür bekannt ist, Krebs auszulösen. Sie verfügen aber
über dieselbe entzündungshemmende und antioxidative Wirkung. nach oben ^
Die ausgleichende Wirkung der Phytohormone auf den Hormonhaushalt Bei
Östrogenmangel docken diese Phytohormone an die Östrogenrezeptoren an
und rufen dort eine ähnliche Wirkung wie die körpereigenen Hormone
hervor. Ist der Östrogenspiegel zu hoch, besetzen die Phytohormone die
Östrogenrezeptoren ebenfalls. Die wesentlich stärker wirkenden
körpereigenen Hormone kommen damit nicht mehr in so großer Zahl an die
dafür vorgesehenen Rezeptoren, weil ihre Plätze bereits besetzt sind. Wissenschaftler
nehmen an, dass Pflanzenöstrogene ausser einer hormonähnlichen auch
eine stark antioxidative Wirkung besitzen und deswegen vor
Alterungsprozessen wie z. B. der Hautalterung schützen. Dr. James
Anderson von der Universität Kentucky fand heraus, dass der
Blutfettgehalt bei einer durchschnittlichen Aufnahme von 47 g
Sojaprotein deutlich abnahm. Es wird angenommen, dass das Isoflavon
Genistein die Oxidation von neutralem Cholesterin in „böses“
Cholesterin verhindert. Im Blickpunkt der Forscher stehen deshalb vor
allem Pflanzen, die zur Gruppe der Isoflavone gehören. nach oben ^
Heilpflanzen für Harmonie in der 1. Zyklushälfte mit östrogenähnlicher Wirkung
Sojabohnen (als Nahrungsergänzung, in Sojamilch, Tofu oder Miso)
Rotklee (als Nahrungsergänzung, Tee oder Tinktur)
Hopfen (als Nahrungsergänzung oder Tee)
Kudzubohnen
Rhabarberwurzel (als Fertigpräperat)
Traubensilberkerzenwurzel (meist als Fertigpräperat oder in homöopathischer Form)
Geringere
Mengen Isoflavone sind enthalten in Leinsamen (Lignane) – 1-2 Eßl.
zerstoßen in Joghut oder mit Wasser (ca. 250 ml pro Esslöffel
Leinsamen). Leinsamen besitzt viele Schleimstoffe und hat schon manche
Ehe gerettet, da sexuelle Lust und Scheidenfeuchtigkeit in den
Wechseljahren zeitweilig nicht mehr wie gewohnt miteinander auftreten. Die o. g. Pflanzen besitzen alle eine östrogenausgleichende Wirkung und stehen für die 1. Hälfte unseres weiblichen Zykluses.
Heilpflanzen für Harmonie in der 2. Zyklushälfte mit progesteronähnlicher Wirkung
Frauenmantelkraut
Schafgarbenkraut
Mönchspfeffer
Medizinische Yams-Wurzel
Sie können kombiniert werden mit
Brennnessel bei starken Wassereinlagerungen,
Johanniskraut zum Heben der Stimmung,
Melisse für mehr Gelassenheit,
Baldrian für starke Nerven und einen guten Schlaf.
Die Isoflavone, die in den aufgezählten Pflanzen nachgewiesen wurden, sind: Genistein, Daidzein, Biochanin A,Formononetin.
Beide Pflanzengruppen können im individuellen Fall prä-menstruelle
Beschwerden lindern. Die Wahl der für Sie geeigneten Pflanzen wird
durch die Tatsache erleichtert, dass eine Heilpflanze nicht nur eine
Wirkung hat, sondern sich positiv auf verschiedene Beschwerden
auswirken kann.
Salbeitee
bringt großen Nutzen als Waschung oder innerlich eingenommen, wenn
Hitzewallungen im Vordergrund stehen. In Apotheken gibt es die
Möglichkeit, sich die Salbeitinktur mit einem Sprühaufatz versehen zu
lassen. Bei „hitzigen Notfällen“ unauffällig mehrere Sprühstöße in den
Mund geben. Hopfen ist wunderbar geeignet, wenn Schlafstörungen und Gelassenheit erreicht werden sollen.
Hirtentäschelkrauttee oder -tinktur kann lang andauernde oder übermäßig verstärkte Menstruationsblutungen mindern oder stoppen.
Brennnesseln sorgen neben viel Grüngemüse und Rote Bete für eine ausreichende Blutbildung.
Weißdorn und Herzgespann helfen bei Herzbeschwerden, wie z. B. Herzrasen.
Nicht für jedes Zipperlein, das während des Älterwerdens auftaucht, sind unsere Hormone verantwortlich Wir
müssen einfach akzeptieren, dass unser Körper älter wird. Die Zellen
verlieren an Elastizität, die Toleranz gegenüber Bewegungsmangel,
nachlässiger Ernährung, zu wenig Schlaf und Stress nimmt erheblich ab.
Wir sollten von nun an besser auf unseren Körper hören und ihn mehr
pflegen als in jungen Jahren – eine gesunde Lebensweise steht
spätestens jetzt an oberster Stelle. Um Osteoporose vorzubeugen,
sollte man auf eine mineralstoffreiche Ernährung möglichst aus
pflanzlichen Mineralstoffquellen, sowie auf ausreichend Bewegung
achten. Sportarten unter Einbeziehung des Gleichgewichts, wie z. B. Tai
Chi, Qi Gong oder Yoga, sorgen neben der körperlichen Beweglichkeit
auch für seelische Ausgeglichenheit.
Unterstützung für die Seele Wenn
wichtige Entscheidungsfragen anstehen, dann gönnen Sie sich Hilfe vor
allem von Ärztinnen, die für weibliches Sein und weibliche Rhythmen
sensibilisiert sind.
Ihre Anita Ortner, Heilpraktikerin
Bitte beachten: Grundsätzlich
sind Nahrungsergänzungsmittel kein Ersatz für eine ausgewogene,
abwechselungsreiche Vollwerternährung. Sie sollen lediglich
Mangelzustände oder ein unausgeglichenes Nährstoffverhältnis im Körper
beheben. Ein Gespräch mit ihrem Arzt bzw. Heilpraktiker kann
helfen, eine individuelle Therapie zu finden. Grundsätzlich
sollte immer mit Arzt oder Heilpraktiker abgeklärt werden, ob
vorliegende Beschwerden nicht Symptome von Krankheiten sind, die
dringender ärztlicher Behandlung bedürfen. nach oben^
Fragen rund um das Thema „Gesundheit und Naturheilkunde“ oder Auskünfte zu A.Vogel-Produkten beantwortet auch unser geschultes Expertenteam vom Gesundheitsforum unter der Telefonnummer 0041 / 71 335 66 00 Mo., Di., Do. und Fr., 8.00 – 12.00 Uhr und 13.30 – 17.00 Uhr