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 Sekundäre Pflanzenstoffe
Definition Unter diesem Begriff werden viele verschiedenartige Verbindungen, die ausschliesslich von Pflanzen gebildet werden, zusammen gefasst. Die Pflanze bildet diese als Abwehrstoffe gegen Schädlinge und Krankheiten, als Wachstumsregulatoren bzw. Farb-, Duft- oder Geschmacksstoffe.
Einige Beispiele für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre natürliche Funktion:
- Viele Blütenpflanzen locken mit Hilfe bunter Farben Insekten an, die für die Bestäubung sorgen.
- Viele Früchte enthalten bestimmte Stoffe, die Tiere zum Fressen und damit zur natürlichen Verbreitung der Samen anregt.
- Zwiebelpflanzen sondern Duftstoffe ab, die sie und andere unmittelbare Nachbarn vor Wurmbefall schützen.
- Im Rosengarten schützt Lavendelduft vor Blattläusen.
- Knoblauch soll Erdflöhe auf Abstand halten.
- Insgesamt sind bisher ca. 30.000 verschiedene Sekundäre Pflanzenstoffe bekannt. Ihre Zahl wird jedoch viel höher geschätzt – in der Nahrung allein auf 5.000 bis10.000 verschiedene Stoffe.
Zur Hauptgruppe der Sekundären Pflanzenstoffe gehören:
- Carotinoide
Dabei handelt es sich um weit verbreitete rote und gelbe Farbstoffe in Pflanzen. Vorkommen z. B. in Karotten, Tomaten, Aprikosen, Mangos, Kürbis, Grünkohl, Brokkoli etc.
- Polyphenole
Die Gruppe der Polyhenole kommt vor allem im Schalen- und Randbereich der Pflanzen vor. Das liegt u. a. daran, dass sie in ihrer Funktion als Antioxidans zum Schutz des darunter liegenden Gewebes dienen sollen. Sie unterteilen sich hauptsächlich in Flavonoide und Phenolsäuren.
- Flavonoide stellen allein eine Gruppe von ca. 5.000 verschiedenen phenolischen Verbindungen dar und sind in den meisten Nahrungspflanzen vorhanden, z. B. Catechine in Grüntee, Anthocyanidine und OPC`s in Obst, Gemüse, Beeren, Rotwein, Citrus-Bioflavonoide.
- Phenolsäuren sind in Früchten und Gemüse enthalten. Die Koffeinsäure aus dem Kaffee zählt ebenfalls dazu.
- Glucosinolate (Geschmacksstoffe)
Sie kommen hauptsächlich in Pflanzen der Kreuzblütler-Familie vor. Vorkommen z. B. in Brokkoli, Rettich, Senf und Kohlsorten.
- Terpene (Aromastoffe)
Vorkommen z. B. in Pfefferminz, Kümmel und Zitrusfrüchten.
- Phytosterine (Hormbausteine aus Pflanzen oder Hefen)
Vorkommen z. B. in Nüssen, Sonnenblumenkernen, Sesamsamen, Sojabohnen oder kaltgepressten Pflanzenölen
- Phytoöstrogene (Isoflavonoide)
Vorkommen z. B. in Hülsenfrüchten, Rotklee, Sojabohnen.
- Protease-Inhibitoren (Stoffe, die die Proteinzerlegung hemmen)
Dabei handelt es sich um Substanzen, die proteinspaltende Enzyme hemmen und die ihrerseits aus Eiweissbestandteilen zusammengesetzt sind. Vorkommen: Trypsin in Hülsenfrüchten, einigen Getreidearten, Kartoffeln.
- Sulfide (Senföle = Schwefelverbindungen)
Der wichtigste Vertreter ist das Allicin, die als Hauptwirksubstanz in Knoblauch enthalten ist und dort für den typischen Geruch verantwortlich ist. Vorkommen z. B. in Zwiebeln und Knoblauch.
Wie wirken Sekundäre Pflanzenstoffe?
| Wirkung |
Sekundärer Pflanzenstoff |
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- antikanzerogen
(Krebsrisiko senkende Funktion) |
Glucosinolate in Kohlgewächsen |
- antimikrobiell
(Schutz gegen Krankheitserreger) |
Sulfide in Zwiebelgewächsen |
- antioxidativ
(Schutz gegen frei Radikale) |
Anthocyane in Beeren |
- antithrombotisch
(Vorbeugung gegen Thrombose) |
Quercetin in Obst und Gemüse |
- immunmodulierend
(Stärkung des Immunsystems) |
Beta-Carotin in Karotten |
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Curcuminoide aus Kurkuma |
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Sulfide in Knoblauch/OPC in Weintrauben, Auberginen |
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Phytosterine in Pflanzensamen |
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Phytinsäure in Vollkorngetreide, Ölsaaten oder Hülsenfrüchten |
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Curcuminoide aus Kurkuma |
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| Mit einer ausgewogenen Ernährung nehmen wir ca. 1,5g Sekundäre Pflanzenstoffe pro Tag auf. Die Wissenschaft steht bei der Erforschung der Sekundären Pflanzenstoffe noch ganz am Anfang. Lediglich etwa 100 Stoffe sind genauer erforscht. Bekanntestes Beispiel ist Beta-Carotin. Hier gibt es Zufuhrempfehlungen, während aus dem o. g. Grund für die meisten anderen Stoffe keine Empfehlungen, allenfalls Schätzungen, existieren. nach oben^ |
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