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Der Magen

Aufbau und Funktion des Magens

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Unser Magen kann sich unauffällig dünn und klein machen, hat aber durch viele kleine Fältchen in der Magenwand eine enorme Dehnfähigkeit. Er rückt Erregern mit ätzender Säure zu Leibe und verarbeitet Nahrung wie eine Chemiefabrik.

Der Magen ist ein Muskelprotz und gleichzeitig ein Sensibelchen, das auf Anspannung und Stress höchst empfindlich reagiert; Hast und Hetze – was Alfred Vogel so wunderbar «Zeitgeiz» nannte – bekommen ihm schlecht.

Manch einer hat einen Magen «wie ein Pferd», bei anderen gebärdet sich das Organ zart besaitet und nervös. Er ähnelt einem kleinen Sack; Form und Größe sind jedoch individuell und situationsabhängig unterschiedlich. Der menschliche Magen kann ungefähr 1,5 Liter Inhalt fassen und ist etwa 20 bis 30 Zentimeter lang. Im Stehen liegt sein tiefster Punkt knapp unterhalb des Nabels.

 Magen

Magenprobleme können viele verschiedene Ursachen haben.

Bild: panthermedia


Hauptaufgaben des Magens sind die (Vor-)Verdauung von Eiweiß, das Desinfizieren, Mischen und Transportieren von Nahrung sowie deren vorübergehende Speicherung.

Bereits beim Gedanken an ein leckeres Essen läuft uns das Wasser im Munde zusammen, beim Anschauen und Riechen appetitlicher Speisen erst recht. Parallel zu dieser Speichelbildung beginnt die Chemiefabrik der Magendrüsen zu arbeiten. Im Ruhezustand bilden diese Drüsen etwa zehn Milliliter Magensaft in der Stunde. Bekommt der Magen Futter, wird die Menge auf bis zu einen Liter stündlich gesteigert; zwei bis drei Liter sind es am Tag.

«Gesunder Magen bleibt unbeachtet, viel Arbeit, wenig Dank», wusste schon Wilhelm Busch.

Das für den Verdauungsvorgang unerlässliche Sekret besteht im Wesentlichen aus Salzsäure und Enzymen. Die Salzsäure bewirkt die Aktivierung des Verdauungsenzyms Pepsin, das die aufgenommenen Eiweiße in handhabbare Stücke zerlegt. Regelmäßige Kontraktionen der Magenmuskeln sorgen dafür, dass die Nahrung gut mit dem Magensaft vermischt und dann weitertransportiert wird; der Magen knetet sie sozusagen zu Brei und befördert diesen in wellenförmigen Bewegungen Richtung Darm. Das bezeichnet man als Peristaltik.

Nicht zuletzt ist der Magen der Wächter vor dem Tor zum Darm: Der Pförtnerkanal (Pylorus) sorgt mit seiner kräftigen Muskulatur dafür, dass alle Stoffe so lange im Magen verbleiben, bis sie langsam und gleichmäßig dem Darm zugeführt werden können.

Autorin: Dr. Claudia Rawer, 04.2016

Aufbau und Funktion

Magen Funktion

Schematische Darstellung des Magens

Bild: 123RF


Der Magen (Ventriculus) liegt im oberen Bauchbereich, etwas links von der Körpermitte. Die Magenwand besteht aus kräftigen Schichten längs, ringförmig und schräg verlaufender Muskelfasern. Eine klare Membran (Serosa) überzieht die äußere Wand des Magens, eine Schleimhaut mit stark gefalteter Oberfläche, vielen Drüsen und zahlreichen kleinen Gruben (Mucosa) kleidet ihn innen aus.

Eine Bindegewebsschicht mit Blutgefäßen verbindet Schleimhaut und Muskelschicht. Die Eintrittsstelle der Speiseröhre ist der Eingang in den Magenkörper. Der enge, ringförmige Pförtnerkanal bildet den Übergang zum Zwölffingerdarm.

Das Magendrüsensystem produziert den Magensaft, der hauptsächlich aus dem eiweißspaltenden Enzym Pepsin und Salzsäure besteht. Die Bildung dieses Sekrets wird durch Nervenimpulse und Hormone gesteuert. Damit der Magen sich durch die Salzsäure nicht selbst verdaut, bilden spezialisierte Zellen eine Schleimschicht, die die Innenhaut des Magens überzieht und vor der Säure schützt.

Der Magen und die Verdauung

Die Magenperistaltik, die regelmäßigen Muskelkontraktionen des Magens, durchmischt und befördert den Nahrungsbrei Richtung Darm, und das fast rund um die Uhr. Denn auch in der Nacht ruht der Magen nicht.

Die Ruheperistaltik arbeitet zwar etwas langsamer als tagsüber, doch sorgt sie weiter dafür, dass der Magen entleert und mit selbst produzierter Flüssigkeit gespült wird. So entsteht übrigens auch das Magenknurren, das eigentlich ein «Darmknurren» ist: Ist der Magen leer, pressen die Muskelkontraktionen etwas Luft in den Darm. Diese sorgt in einem Abschnitt nach dem Zwölffingerdarm, dem sogenannten «Knurrdarm», für das bekannte Geräusch.

Magen und Ernährung

Bild: Panthermedia

Nicht jedes Gemüse ist gleich gut verdaulich: Aubergine, Brokkoliröschen und Tomaten sind eher leicht, Lauch und Paprika eher schwer verdaulich.  


Je nach Zusammensetzung einer Mahlzeit verweilt die Nahrung unterschiedlich lange im Magen. Getränke rutschen innerhalb einer Stunde durch. Einfache Kohlenhydrate, z.B. Weißbrot, verlassen den Magen innerhalb von zwei Stunden, komplexere wie Vollkornbrot brauchen doppelt so lange.

Am meisten Arbeit hat das Organ mit eiweißreichen und fetten Mahlzeiten. Für seine Hauptaufgabe, Proteine zu zerlegen und zu verdauen, benötigt der Magen schon fünf Stunden und mehr. Sind Fleisch oder Fisch besonders fett, gibt der Magen sie erst nach sieben und mehr Stunden an den Darm weiter.

«Leicht verdaulich» sind also beispielsweise Eier, gekochter Reis, zarte Gemüse, Kartoffeln, Obst und magerer Fisch, während uns Speck, Heringssalat und Gänsebraten «schwer im Magen» liegen können. Auch einige gesunde, aber ballaststoffreiche Gemüse wie Kohl und Pilze zählen zu den schwer verdaulichen Dingen. Ganz nüchtern ist man erst etwa zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit.

Dann ist die Arbeit des Magens für diesmal getan, und der Darm übernimmt.

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