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Magenentzündung (Gastritis)

Entzündung der Magenschleimhaut

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Die Entzündung der Magenschleimhaut kann verschiedene Ursachen haben: Neben Medikamenten und einer ungesunden Lebensweise mit Nikotin und Alkohol können auch Bakterien und Viren eine Magenentzündung hervorrufen.

Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, ein Druckgefühl im Oberbauch und Schmerzen im Magenbereich sind häufig Anzeichen einer Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis). Eine akute Magenentzündung kann durch Medikamente, Nikotin, zu viel Alkohol, Bakterien oder Viren verursacht werden.

Diese Auslöser haben ein Ungleichgewicht zwischen Säureproduktion und Säureschutz im Magen zur Folge, wodurch die Magensäure die Schleimhaut angreifen kann. Eine chronische Magenschleimhautentzündung kann durch Helicobacter pylori hervorgerufen werden. Greift die Magensäure die durch das Bakterium vorgeschädigte Schleimhaut an, entsteht ein Magengeschwür (Ulcus).

Reichen solche offenen Wunden tief in die Schleimhaut, können sie Blutungen hervorrufen oder sogar die Magenwand durchbrechen. Magenschleimhautentzündungen sollten immer ärztlich behandelt werden.

Was hilft bei Magenschleimhautentzündung?

Eine akute, d.h. plötzlich auftretende Gastritis kann bei entsprechender Behandlung schnell wieder abklingen. Hilfreich sind z.B. leicht verdauliche Kost wie Haferschleim, Zwieback und geriebener Apfel. Auch Tees, z.b. mit Kamille wirken beruhigend.

Autorin: Dr. Claudia Rawer, 04.2016

Helicobacter pylori

magenentzuendung

Bild: 123RF

Helicobacter pylori: Kann Auslöser von Magengeschwüren sein.


Es war eine medizinische Sensation: Nicht (nur) Stress und Übersäuerung sollten schuld an Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren sein, sondern das Stäbchenbakterium Helicobacter pylori.

Das behaupteten die australischen Mediziner Barry Marshall und John Robin Warren 1983, obwohl nach gängiger Lehrmeinung Bakterien das saure Milieu des menschlichen Magens nicht überleben sollten.

In einem mutigen Selbstversuch infizierte sich Marshall mit dem Keim und bekam prompt eine schwere Gastritis – der Nachweis war gelungen. Das Bakterium wurde weltweit als Ursache von Magengeschwüren anerkannt; 2005 erhielten die Wissenschaftler für ihre Entdeckung den Medizin-Nobelpreis.

Seitdem ist Helicobacter zu einem der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Erreger aufgestiegen. Weltweit ist etwa die Hälfte aller Menschen mit ihm infiziert, wobei die Rate in den Entwicklungsländern viel höher ist als in den Industrienationen.

In Deutschland und der Schweiz sollen 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung das Bakterium in sich tragen; mit dem Alter nimmt die Rate zu (möglicherweise bis auf 70 Prozent). Nicht selten kann der Keim schon bei Kindern und Jugendlichen nachgewiesen werden.

Bakterium ruft chronische Entzündung hervor

Der genaue Ansteckungsweg ist nicht bekannt. Die Stoffwechselaktivität des Erregers führt zu einer chronischen Entzündung. Helicobacter pylori wird für mehrere Erkrankungen verantwortlich gemacht: Magenschleimhautentzündungen (bakterielle Gastritis), etwa drei Viertel aller Magengeschwüre (Ulcus) und praktisch alle Geschwüre am Zwölffingerdarm.

Auch als krebserregend wird das Bakterium eingestuft: Eine Infektion mit Helicobacter gilt inzwischen als wichtigster Risikofaktor für Magenkrebs. Mit Reflux und einer eventuell daraus folgenden Entzündung der Speiseröhre besteht dagegen kein Zusammenhang.

Dennoch: Trotz der hohen Infektionsrate erkranken verhältnismäßig wenige Menschen. Nur etwa zehn bis 20 Prozent der Infizierten bekommen einen Ulcus, und längst nicht jeder, der eine Helicobacter-bedingte Magenentzündung oder ein Geschwür hat, entwickelt später ein Magenkarzinom. Warum das so ist, ist noch nicht aufgeklärt.

Magenkrebs

Krebserkrankungen des Magens (Magenkarzinom) sind nicht sehr häufig, aber tückisch: Sie werden oft zu spät erkannt, da die Betroffenen über einen längeren Zeitraum keine Beschwerden haben. Erst im fortgeschrittenen Stadium zeigen sich Symptome wie Gewichtsabnahme und Schmerzen. Die Aussicht auf Heilung ist dann gering.

Risikofaktoren sind eine genetische Anlage, chronische Magenschleimhautentzündungen, Rauchen, Nitrosamine in der Nahrung (weswegen man niemals gepökelte Fleisch- oder Wurstwaren grillen sollte) und die Infektion mit Helicobacter pylori.

Wie bei vielen Krebsarten ist das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, im Alter höher. Die gute Nachricht: Die Anzahl der Neuerkrankungen sinkt in den Industrienationen seit mehreren Jahrzehnten deutlich. Vermutlich ist dies auf bessere Ernährung, verbesserte Vorschriften in der Lebensmittelproduktion, den Rückgang des Nikotinkonsums sowie auf die sinkende Anzahl von Infektionen mit Helicobacter zurückzuführen.

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