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Der Mund

Der Mund ist der erste Verdauungsschritt

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Die Mundhöhle ist ein Biotop für unterschiedlichste Mikroorganismen. Während die einen krankmachende Eindringlinge fernhalten, können die anderen zu verschiedenen Gesundheitsproblemen führen. Adrian Zeller 10.14

Der erste Verdauungsschritt beginnt im Mund. Rund 300 verschiedene Arten von Kleinstlebewesen siedeln dauerhaft auf der Zunge, auf den Mundschleimhäuten, im Rachen, auf den Zahnfüllungen und auf dem Zahnfleisch. Sie tragen Zungenbrecher-Namen wie etwa Veillonella parvula oder Aggregatibacter actinomycetemcomitans. Auch Hefepilze lassen sich nachweisen.

Die wichtigste Aufgabe dieser Kleinstorganismen ist der Schutz gegen Krankheitserreger. Der Mund ist eine besonders exponierte Körperzone. Ein Teil der Mikroben im Mund hat die Aufgaben erwünschte Eindringlinge einzulassen, andere wiederum abzuwehren indem sie jene Plätze besetzen, an denen sich  krankmachende Eindringlinge festsetzen.

Fäulnisbakterien lieben Eiweiß

Im Mund herrscht oft ziemlicher Betrieb. Da fließen Getränke durch, es wird gekaut, geschluckt, mit der Zahnbürste geschrubbt. Wieso werden dabei die schützenden Winzlinge nicht weggespült oder fortgerissen? Die Natur hat eine wirkungsvolle Lösung gefunden: Ein Teil der Bakterien besitzt einen Haftmechanismus, der sie sehr sesshaft macht. Allerdings nimmt ein Teil der Bakterien absichtlich den weiteren Weg der Speisen. Beim Kauen und Einspeicheln gelangen sie in die zerkleinerte Nahrung.

Ein Teil der Speisen ist deshalb ein wahres Schlaraffenland für schädliche Bakterien. Auf Eiweißrückständen zwischen den Zähnen siedeln sich Fäulnisbakterien an. Sie vermehren sich innerhalb von Stunden so sehr, dass man sie in Form von üblem Mundgeruch riechen kann.

Unter normalen Umständen leben diese unterschiedlichen Arten in einer ausgewogenen, friedlichen Balance. In der Umgangssprache redet man von Mundflora, genau so wie man auch von der Darmflora spricht. Fachleute verwenden diese Begriffe nur ungern – sie gelten mittlerweile als unpräzis. «Flora», lateinisch «Pflanzenwelt», stammt noch aus einer Phase als die Wissenschaft Bakterien zu den Pflanzen zählten. Die korrekte Bezeichnung lautet: Mikroorganismengemeinschaft.

Hilfreiche Bakterien

Nahrungsmittel wie Joghurt, Sauerkraut oder Schimmelkäse entstehen nur dank chemischen Prozessen, die Bakterien auslösen. Einzelne ihrer Stämme bilden auch eine Art Weiterbildungsprogramm für das Immunsystem. Beim Küssen gelangen Bakterien zum Gegenüber, die dessen Abwehrschild herausfordern. Es werden neue, spezifische Gegenstrategien entwickelt. Manche übertragene Mikroben sind allerdings alles andere als harmlos. Zu ihnen gehören Salmonellen. Die Behandlung dieser sehr ansteckenden Durchfallerkrankung gehört zwingend in kompetente ärztliche Hände.

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