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Nahrungsmittelunverträglichkeiten

... und warum der Darm entscheidend ist

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Die Fälle von Nahrungsmittelunverträglichkeiten scheinen immer mehr zuzunehmen. Obwohl statistisch gesehen nur ein kleiner Prozentsatz betroffen ist, nimmt die Häufigkeit von Beschwerden, z.B. durch Getreide zu. Unser Darm spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Eine Theorie zur Entstehung von Allergien beschäftigt sich mit einer gestörten Verdauung im Dünndarm. Hier werden die Proteine nicht vollständig in Aminosäuren aufgespalten, so dass kleine Aminosäuren-Bruchstücke übrig bleiben können. Diese können – eingeschlossen in Fettröpfchen – in das Lymphsystem gelangen, wo sie von Immunzellen attackiert werden und eine allergische Reaktion auslösen können. Deshalb ist bei besonders fett- und gleichzeitig proteinreichen Lebensmitteln wie Milch, Ei und Erdnüssen Vorsicht geboten.

Auch hier könnte weniger das Getreide selbst, als unsere Lebensumstände zur Krankheit führen. Ist der Körper aufgrund von Stress, Alkohol oder Antibiotika geschwächt, kann die Darmwand für kurze Zeit durchlässig sein. Dann gelangen Nahrungsreste in die Blutbahn, die dann vom Immunsystem attackiert werden und die bekannten Reaktionen hervorrufen. Gluten ist ein Abwehrstoff von Pflanzen der z.T. unverdaut durch die Darmzellen wandern kann und dann in Gebiete kommt, in denen er von Immunzellen angegeriffen wird.

Mehr zu Glutensensitivität/Zöliakie

Entscheidend ist die Vielfalt unserer Ernährung! Während unsere Vorfahren noch bis zu 500 verschiedene Nutzpflanzen zu sich nahmen, sind es heute nur noch 17. Es kommt also immer auf einen abwechslungsreichen Speiseplan sowie die Menge bestimmter Lebensmittel an, wenn wir unseren Organismus nicht überfordern wollen.

Laktoseintoleranz

Da bei den Betroffenen ein Verdauungsenzym auf den Darmzotten fehlt, kann Laktose nicht in die Zuckermoleküle aufgespalten werden. Laktosepartikel gelangen deshalb nicht ins Blut, sondern wandern weiter in den Dickdarm und ernähren gasproduzierende Bakterien, was zu Blähungen führt.

Mit zunehemendem Alter geht die Fähigkeit, Milchzucker aufzuspalten, jedoch verloren. Die Enzyme haben dann nur noch etwa 10 bis 15 Prozent ihrer ursprünglichen Aktivität.

Mehr zur Laktoseintoleranz (keine Allergie)




Fruktoseintoleranz

Fruktose-Intoleranz kann wie bei Laktose-Intoleranz angeboren sein und zu starken Beschwerden führen. Die Mehrheit jedoch hat damit ein Problem, weil zu viel davon konsumiert wird. Früchte waren früher eher Mangelware, heute sind sie jederzeit verfügbar. Hinzu kommt, dass viele Produkte mit Fruktose gesüßt sind (auch Salatdressing). Menschen mit angeborener Unverträglichkeit haben weniger Transportkanäle in der Darmwand. Bei Fruktosegenuss sind die Kanäle dann überlastet, die Fruktose wandert dann wie bei der Laktose in den Dickdarm.

Bei später auftauchender Fruktoseintoleranz kann auch eine ungünstige Zusammensetzung der Darmflora ein Ursache sein.

Viele Nährstoffe gehen z.B. verloren, weil sich die Aminosäure Tryptophan an Fruktosemoleküle heftet. Nehmen wir zu viel Fruktose auf, wandert auch die Aminosäure in den Dickdarm und uns fehlt ein wichtiger Baustein, um das Glückshormon Serotonin herzustellen.

Auch Hungerattacken können Nebenprodukt von zu viel Fruktose sein, mit 50 Gramm pro Tag ist bei mehr als der Hälfte die Belastungsgrenze erreicht. In den USA werden durchschnittlich jedoch 80 Gramm pro Tag konsumiert.

Zucker aus hellem Weißbrot wird von den Enzymen im Dünndarm relativ schnell verdaut. Bei Vollkornbrot dauert es viel länger, da die Zuckerketten komplexer sind. Bei einer plötzlichen Zufuhr von viel Zucker, ist es für den Körper schwieriger, den Ausgleich wieder herzustellen.

Bei langsamer Aufnahme, ist Zucker ein wichtiger Rohstoff, Körper mag Zucker, da er schnell verarbeitet werden kann und sich leicht in Fett (also der Speicherform) umwandeln lässt. Beim Sport sollte deshalb im Minimum eine Stunde eingeplant werden, sonst werden nur die Glykogenspeicher angerissen. Der erste Leistungsknick gilt als Indikator für den Start der Fettverbrennung.

Mehr zu Fruktoseintoleranz

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