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Übersäuerung?

Wie sauer ist der Magen?

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Wenn von der Übersäuerung die Rede ist, ist häufig Sodbrennen gemeint. Denn der Magen ist mit seinem pH-Wert zwischen 1 und vier eigentlich immer sauer – er lässt sich auch durch Wasser kaum beeinflussen.

Der pH-Wert ist das Maß für den sauren oder basischen Charakter einer Lösung. Er liegt im leeren Magen ungefähr bei eins; viel saurer geht es nicht. Die Magensäure ist etwa eine Million Mal saurer als Wasser. Durch die Nahrungsaufnahme wird der pH-Wert auf zwei bis vier «verdünnt», doch das Milieu im Magen ist nun immer noch sauer genug, um jeden Proteinpartikel kleinzukriegen. (Kohlenhydrate und Fette passieren den Magen ohnehin praktisch unangetastet.)

Die Salzsäure aktiviert das eiweißspaltende Enzym Pepsin. Sie erfüllt aber noch eine weitere wichtige Aufgabe: Sie verhindert das Überleben der meisten Bakterien und schützt so effektiv vor Infektionen. Außer dem Bakterium Helicobacter pylori überstehen nur wenige Erreger das saure Magen-Milieu. Magenspezialisten zählen die Salzsäureproduktion der sogenannten Belegzellen daher zum Immunsystem.

Wer also meint, zum Essen nichts trinken zu können, weil das die Magensäure verdünnt und der Verdauung schadet, liegt falsch.

Hinzu kommt: Der Magen steuert seinen Säuregehalt nach Bedarf selbst. Die Säureproduktion wird ja schon vor dem Essen angekurbelt. Wird die Magenwand durch die Nahrung gedehnt, liefern die Belegzellen über einen komplizierten Rückkopplungsmechanismus Salzsäure nach. Selbst wenn man etliche Liter Wasser trinken würde – der pH-Wert im Magen wäre damit nicht zu beeinflussen.

Sodbrennen oder Refluxkrankheit nennt man das Zurückfließen von Magensaft in die Speiseröhre und die dadurch verursachten Symptome wie brennende Schmerzen vor allem hinter dem Brustbein und saures Aufstoßen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern sollte auch behandelt werden, denn als Folge kann – allerdings selten – eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut auftreten. Zur Behandlung wird der Arzt meist Säurehemmer (Antazida, Protonenpumpenhemmer) einsetzen.

Autorin: Dr. Claudia Rawer, 04.2016

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