A.Vogel Blog – Grüne Welt

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Detox Tag 5: Rohkost, die froh macht = (F)Rohkost

von Heike Mühldorfer, am 8 Mai 2015, A.Vogel, Detox Frischekur, Gesunde Ernährung, Lifestyle

Rohkost ist fantastisch, bietet Abwechslung und ist so gesund. Food-Blogger Arne Ewerbeck von The vegetarian diaries plädiert für mehr  „Rohköstlicheiten“ und verrät warum bei ihm immer öfter der Herd kalt bleibt. So wie am heutigen Tag 5 der Detox Frischekur.

Bis vor einigen Jahren habe ich mir nicht allzu viel Gedanken um meine Ernährung gemacht. Klar habe ich versucht „immer mal“ etwas Gesundes zu Essen (und es hoffentlich auch geschafft), aber das war es mehr oder weniger auch schon. Über das Thema Rohkost habe ich mir entsprechend noch weniger Gedanken gemacht. Dabei isst vermutlich jeder täglich viel mehr Rohkost, als er im ersten Moment denkt. Eine Banane, ein Apfel, die Erdbeeren und Kirschen im Sommer, Salate, kaltgepresste Öle, Avocados, zum Teil Nüsse, Pilze, Obstsalate, Smoothies und vieles mehr, all das ist Rohkost, wenn es unverarbeitet und nicht erhitzt gegessen wird.

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Super-Bowl für Rohkost-Fans statt fadem Beilagensalat. Foto © Arne Ewerbeck / vegetarian-diaries.com

Erst als mir diese (zugegebenermaßen einfache) Konsequenz wirklich klar war, habe ich mich mit dem Thema genauer auseinandergesetzt. Unterhält man sich über Rohkost und was es damit auf sich hat, wird man dennoch nur selten ein vorurteilsfreies Gespräch führen. Ähnlich wie beim Thema Veganismus, haben viele Menschen damit (unverständlicherweise) eher negative Assoziationen oder können sich nicht vorstellen, dass rohköstliche Gerichte lecker, gesund und abwechslungsreich sein können.

Was ist eigentlich Rohkost?

Unter Rohkost versteht man im weitesten Sinne unverarbeitete Lebensmittel. Dazu gehören ganz klassisch Gemüse, Obst, Kräuter, Pilze, Nüsse, aber zum Beispiel auch Rohmilchprodukte oder tierische Produkte wie Lachs, Thunfisch und rohe Fleischsorten. Bei einer rein rohköstlichen Ernährung verzichtet man so ganz bewusst auf die Verarbeitung und ganz speziell auf das Erhitzen von Lebensmitteln (raffinierte Rohkost-Rezeptvorschläge findest du hier). Häufig wird die rohköstliche Ernährung in Kombination mit einer veganen Lebensweise kombiniert, sodass man vollständig auf tierische Produkte verzichtet.

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Tomate, Paprika, Möhre und Zuckerschote … rohköstliche Snacks für zwischendurch. Foto © Arne Ewerbeck

Rohkost und die Wissenschaft

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen täglichen Verzehr von mindestens 350 g Rohkost in Form von Obst und Gemüse [1]. Darüber hinaus kann bei starkem Übergewicht ein noch deutlich erhöhter Anteil an Rohkost, in einer Diät, die Effekte des metabolischen Syndroms wie koronale Herzerkrankung oder Diabetes deutlich senken [2]. Viele weitere Studien haben zum Beispiel gezeigt, dass eine Ernährung mit hohem Rohkostanteil das Brustkrebsrisiko senken [3] oder die mental und emotionale Lebensqualität deutlich verbessern kann [4].

Bei einer dauerhaften rohköstlichen Ernährung muss man vor allem für eine ausreichende Zufuhr an Eisen, Calcium, Vitamin B12, Vitamin D und speziell den langkettigen n-3 Fettsäuren sorgen. Darüber hinaus sollte man gerade bei unverarbeiteten Lebensmitteln immer auf eine entsprechende Hygiene der Lebensmittel achten. Wie immer bei einer gesunden Ernährung kommt es natürlich auf einen abwechslungsreichen und ausgewogenen Speiseplan an!

Rohkost für mich persönlich

So versuche ich mittlerweile deutlich mehr (unverarbeitetes, frisches) Obst und Gemüse zu essen und den Herd auch das ein oder andere mal kalt zu lassen. Gerade abends tut es häufig gut, einfach einen leckeren, saisonalen Salat zuzubereiten. Satt wird man hier genauso aber ein unangenehmes Völlegefühl bleibt aus. Dass man nebenbei noch jede Menge gesunde Nahrungsmittel zu sich genommen hat, macht das Ganze umso besser!

Wie sieht es mit dir und der Rohkost aus? Ist das für dich nur der klassische Beilagensalat oder bist du neugierig auf neue Rezepte? Erzähl uns von deinen Erfahrungen hier im Kommentarfeld. Auch über Fotos freuen wir uns!

 

Weitere Infos und feine Rezepte zur Rohkost findest du hier: avogel.de/detox-kur/tag5. Und morgen schreibt Autorin und Bloggerin Jumana Mattukat, wie sie es geschafft hat, ihre ganze Familie von veganer Ernährung zu begeistern, sodass alle damit richtig happy sind.

 

Text und Fotos: Arne Ewerbeck. Der Food-Blogger bietet viel Info, tolle Rezepte und Fotos auf www.vegetarian-diaries.com über vegetarisches und veganes Essen und arbeitet „nebenbei“ an seiner Physik-Promotion.

Quellenangaben:

[1] https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/ernaehrungskreis/

[2] D. Giugliano, A. Ceriello, K. Esposito: Are there specific treatments for the metabolic syndrome? In: The American journal of clinical nutrition. Band 87, Nummer 1, Januar 2008, S. 8–11

[3] Adzersen, KH; Jess, P; Freivogel, KW; Gerhard, I; Bastert, G (2003). „Raw and cooked vegetables, fruits, selected micronutrients, and breast cancer risk: a case-control study in Germany“. Nutrition and cancer 46 (2): 131–7

[4] „Change in quality of life and immune markers after a stay at a raw vegan institute: a pilot study. – PubMed – NCBI“. Ncbi.nlm.nih.gov. 2014-11-12. Retrieved 2015-03-30

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Reaktionen

  • monika.w, vor 4 Jahren

    Ich habe schon als Kind Rohkost geliebt. Da meine Eltern einen großen Garten hatten gab es das Gemüse Erntefrisch aus eigenem Anbau, und ein Teil davon schaffte es nie bis in den Kochtopf. Später lies diese Vorliebe nach, selber ohne Garten und auf das Handelsübliche Gemüse angewiesen habe ich den fehlenden Geschmack mit Geürzen und im gekochten Zustand ausgeglichen. Irgendwann hatte ich diese ursprüngliche Vorliebe einfach vergessen und tatsächlich nur noch hin und wieder auf einen Salat zurück gegriffen. Dank der Heutigen Vielfalt an ursprünglich schmeckendem Gemüse bekommt Rohkost wieder einen höheren Stellenwert und deshalb freue ich mich über jede neue Rezept-Idee.

    Hier ein selbst kreirter Brotaufstrich der sehr frisch schmeckt.

    1 x Hüttenkäse mit
    etwas Kräutersalz verrühren
    1/2 gelbe Paprika – kleine Würfel
    1 Stange Sellerie – kleine Würfel
    1/2 Apfel – kleine Würfel
    wenig Limettensaft – mit Apfelwürfel vermengen.
    4 Minzeblätter (oder nach Geschmack) – klein geschnitten

    Alles Zutaten mit dem Hüttenkäse vermengen und etwas durchziehen lassen.
    Schmeckt auf Brot und ist auch pur als gesunder Snack für die Arbeit geeignet.

    • Heike Mühldorfer, vor 4 Jahren

      Mmmmhhh, das klingt aber lecker, wird gleich ausprobiert :-). Lieben Dank fürs Rezept, Monika!

  • Melanie, vor 4 Jahren

    Rohkost kann so wunderbar lecker und vielfältig sein. War neulich auf einem VHS-Kursabend zum Thema \“Rohköstliche Wildkräuterküche\“…total lecker, was man alles aus der Natur zaubern kann…und überhaupt nicht schwer verdaulich oder aufwendig in der Zubereitung. Das ist für mich auch ein Grund, mir jetzt einen Hochleistungsmixer zu kaufen.

  • Kolaleh, vor 4 Jahren

    Mit 51 Kilos weniger nach einem Jahr halb Rohkost und überwiegend basische Ernährung, ohne verarbeitete Nahrung, Zucker, Brot, Nudeln, Weizen, Reis, Öl(außer wenig Kokosöl), würde ich Rohvegan als die gesunde Alternative zu einem veganen Leben bestens empfehlen!

    • Heike Mühldorfer, vor 4 Jahren

      Das klingt nach einer massiven Ernährungsumstellung. Auch wenn in der Detox-Woche das Thema „Dranbleiben“ erst am letzten Tag dran ist – Wie hast du es geschafft, dran zu bleiben?

      • Kolaleh, vor 4 Jahren

        Der Wille zu einem gerechten Leben, harmlos zu Natur, Tiere, Menschen und auch mir Selbst, schaffte bei mir Einsehen…, Wahrnehmen…, Verstehen…, Begreifen…, Erkennen. Sich einer Tatsache bewusst zu werden, schafft Macht über sich und Freiheit. Aber um stark zu bleiben sollte ich das Schwachwerden akzeptieren und für die schwache Momente und Tage bereit sein. Dafür sollte ich einerseits Wege und Tricks finden, dass ich weniger schwache Momente bekomme, und andererseits lernen, damit umzugehen. Ich wusste zu gut, dass Gewicht zu halten ist viel schwieriger als ihn zu verlieren. Für diese lebenslange Aufgabe musste ich es mir bewusst machen, dass ich nie mehr das Vertrauen in mir verlieren dürfte, nicht bei dem ersten und nicht bei dem hundersten schwachen Moment, um nicht danach, aus Respektlosigkeit mir gegenüber, in alte Muster zurückzufallen. Fehler und Misserfolge dürfte ich mir nie mehr als Scheitern und Versagen fühlen lassen. Ich habe sogar einige Male Unterbrechungen im Jahr wegen Einladungen und Festen vorprogrammiert, Süsses und Fettes ohne schlechtes Gewissen genossen, und anders als in meinem alten Muster habe ich mir Tage davor und danach weniger erlaubt. Diesen Umbruch mit meinem alten Verhalten bewerte ich als meine Aufklärung von Freiheit, los von einer Freizügigkeit, die sich aber wie eine Versklavung fühlte. Nach und nach je mehr ich Gewicht verlor und das Wunder dieser Umstellung erlebte, desto weniger Lust nach ungesundem hatte. Trotzdem hatte ich Tage beim Einkaufen, an denen ich vor Angst um schwach zu werden, einen Umweg machte, um nicht die Brote sehen und riechen. Es gab auch Tage, wo ich mir jedes Ding im Supermarkt anschaute, mir den Geschmack sogar vorstellte, aber mit dem Hintergedanke ob alles wert sei im Vergleich zu dem Leid an meinem Körper und die Reue von einem Zeitverlust zum Wunschgewicht. Dieser innere Kampf dauertete Minuten, um ihn endlich zum Siege zu führen, weil ich die triumphierende Zufriedenheit nur zusammen mit Verlanglosigkeit brauchte. Die Gewissheit alles essen zu dürfen, mit der Bewußtheit über das Was Wann und Wieviel zu entscheiden, führte bei mir zur einer standhaften Befreiung.

        • Heike Mühldorfer, vor 4 Jahren

          Herzlichen Dank für den interessanten Einblick in deine Erfahrungswelt. Da stecken viele Anregungen drin und viele tolle Ideen. 🙂

  • […] schwerpunktmäßig über ihren veganen Lifestyle (und haben für uns darüber berichtet hier und hier). Und auch die DGE wünscht sich mehr fleischfreie Tage für die Deutschen, von den […]

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