A.Vogel Blog – Grüne Welt

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Detox Tag 6: Be happy! Gesund und glücklich mit Familie

von A.Vogel, am 9 Mai 2015, A.Vogel, Detox Frischekur, Gesunde Ernährung, Lifestyle

Wie gelingt es in Familie oder Partnerschaft einen neuen, gesünderen Lebensstil umzusetzen? Bloggerin Jumana Mattukat hat in ihrem Buch „Mami, ist das vegan?“ geschildert, wie sie samt Familie auf vegane Ernährung umgeschwenkt ist – und gibt heute ihre besten Tipps an uns weiter. Der wohl wichtigste: Mit Freude und Leichtigkeit gelingt alles besser.

„Nein danke, Mami.“

Die Antwort meiner Kinder auf mein freudiges Angebot, sich doch ein paar von unseren selbstgezogenen Sprossen auf ihr Brot zu tun, lehnen meine Kinder ganz klar ab. Und das obwohl sie mit Feuereifer dabei waren als es um die „Herstellung“ der Sprossen ging. „Schade“, denke ich enttäuscht, denn ich möchte meine Kinder doch möglichst gesund und bewusst ernähren. Gleichzeitig fühle ich mich ein wenig an die Zeit erinnert, als ich im März 2012 nicht nur entschieden habe, selbst vegan zu leben, sondern auch meine Familie von dieser Form der Ernährung überzeugen wollte. Die Reaktionen waren zunächst lange Gesichter bei meinen ersten veganen Kochversuchen. Ich selbst habe diese damals wenig überzeugt serviert – und immer mit der Sorge „Hoffentlich schmeckt es ihnen diesmal.“

Die eigene Klarheit war der Durchbruch

Je überzeugter ich aber selbst von meiner Entscheidung war und je klarer ich mit gutem Gefühl den Kindern das Essen angeboten habe, umso leichter wurde es. Ich habe Dinge ausprobiert, wild in der Küche herumexperimentiert und die Kinder probierten mit Freude neue Gerichte aus. Dennoch sehnte ich mir kurz nach der Umstellung eine fröhliche Köchin herbei, die mich an die Hand nimmt oder mir zumindest einen festen Speiseplan mit Rezepten vorgibt. Als die Köchin nicht auftauchte, habe ich mein Glück selbst in die Hand genommen und für mein Buch 33 kindertaugliche Rezepte mit befreundeten Müttern und durch veganes Networking zusammengestellt. Auch heute tausche ich mich noch gerne mit anderen über besonders gelungene vegane Experimente aus. 

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Viel Spaß und Freude am Familientisch: Jumana Mattukat und ihre beiden Sprößlinge. © Foto: Jumana Mattukat

Familienessen in Frieden

Als Familie freudvoll zu essen, bedeutet für mich auch, nicht mit Ärger oder Wut auf ein anderes Familienmitglied zu essen. In einer angespannten Atmosphäre oder mit Kloß im Hals lässt sich Nahrung nicht wirklich genießen. Wir versuchen, Konflikte möglichst anzusprechen bevor wir mit dem Essen loslegen. Wenn dann der Streit so weit geklärt oder zumindest angesprochen wurde, kann mit unserem Anfangsritual (einem Tischgebet) das Essen gewürdigt und damit bewusst gegessen werden.

Freude durch die freie Entscheidung

Meiner Meinung nach entscheidend ist in allererster Linie der freie Wille. Zwar sehe ich es als meine Aufgabe, meine Werte an meine Kinder weiterzugeben, aber nur so lange ich ihre Integrität dadurch nicht verletzte. Meine Kinder sind freiwillig Vegetarier. Das ist mir sehr wichtig. Zu Hause essen sie fast ausschließlich vegan, bei Freunden und auswärts vegetarisch. Die freie Entscheidung ist wohl auch das wichtigste Kriterium für ein nachhaltiges Weiterleben einer Umstellung.

Tag 3 im Sprossen-Garten: Erste Keimblättchen zeigen sich.

Dabeisein ist alles: Kinder mit kleinen Sprossen-Experimenten für gesunde Ernährung begeistern. © Frühstückscompany

Anspruch runterschrauben

Ein weiterer Schlüssel war das Loslassen meines hohen Anspruchs. Das Essen sollte ja nicht nur vegan sein, sondern auch noch besonders gesund. Und das beides auf einmal. Viel einfacher ist es, nicht zu viel auf einmal verändern zu wollen. Ich habe dann erst mal so gekocht, dass es den Kindern „in vegan“ schmeckt und ihnen dann hier und da noch mal eine Vollkornvariante oder diese Nuss und jenes Gemüse „untergejubelt“. Und wenn sie heute das Gesündeste dann doch links liegen lassen oder keine große Lust auf Sprossen haben, dann tröste ich mich, in dem ich auch hier auf Nachhaltigkeit setze: Ich erfreue mich daran, dass die Kinder großen Spaß dabei hatten, mit mir gemeinsam das Keimglas zu entdecken und die Sprossen selbst zu ziehen. Ganz bestimmt hat dieses sinnliche Erlebnis etwas in ihnen ausgelöst. Vielleicht erinnern sie sich als Erwachsene daran – bei ihrer jährlichen Detoxkur. 😉

Was passiert bei dir in der Familie oder Partnerschaft, wenn es um einen neuen, gesünderen Lebensstil geht? Ist alles easy, sind alle happy? Wo kommt bei dir die Leichtigkeit her? Erzähl, wie es dir so ergeht! Wir freuen uns auf jeden Kommentar.

Mehr Infos, Tipps und feine Verwöhn-Rezepte für noch mehr Glücksmomente im Leben gibt es hier: avogel.de/detox-kur/tag6. Und morgen feiern wir gemeinsam den letzten Tag der Detox Frischekur! Dann wird´s ums Dranbleiben gehen.

Text: Jumana Mattukat. Die Fernsehjournalistin und Buchautorin von „Mami, ist das vegan?“ freut sich auf ihrem Blog jumanamattukat.de immer wieder darüber, „Dass es sowas Schönes gibt auf der Welt!“. Gemeinsam mit ihrem Mann lädt sie mit „my private vegan restaurant“ zum veganen Dinner ein.

 

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Reaktionen

  • Heinz J. Kemper, vor 4 Jahren

    Seit einigen Wochen ziehe ich (wieder) meine eigenen Sprossen, am besten schmecken uns Radieschen und Senf, eine großartige Methode, noch etwas gesünder zu leben
    kann ich jedem empfehlen

    • Heike Mühldorfer, vor 4 Jahren

      Oh, Senf habe ich noch gar nicht ausprobiert. Das kommt dann als nächstes ins Keimgerät. Vielen Dank für den Tipp!

  • Kolaleh, vor 4 Jahren

    Herzlichen Dank für diesen schönen Beitrag 🙂 Natürlich sage ich alles was ich neu lerne auch meiner Familie weiter, aber anders als in meinen jungeren Jahren finde ich mich nicht als bekehrender Missionar. Mit meinem Verständis von Karma sehe ich alles entspannter und konzentriere mehr auf mich und hoffe dass andere auch Anregung daran finden.

  • monika.w, vor 4 Jahren

    Bei mir kommen Brokkolie- Ruccola- und Basilikum-Sprossen im Wechsel in das Keimgerät. Ich gebe sie meistens mit in den Salat aber auch in grüne Smoothies. Kresse habe ich immer da, ich liebe Kresse mit selbst gemachtem Pesto und Tomaten- oder Zuccinie-Scheiben auf Brot, aber auch auf Kartoffeln. Für Kinder kann man ein buntes Gemüse-Brot belegen, mit einem Gesicht aus Paprika, Minigurke, Cocktailtomate und einem Haarschopf aus Brokkolie- oder Basilikum-Sprossen (nicht zu viel). Die Baby-Variante der Großen kommt meistens gut an und diese Spossen sind nicht so scharf.

  • Ute Rother, vor 4 Jahren

    Also ich stehe mit allem allein da, aber ich halte durch umd möchte so weiter machen

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