A.Vogel Blog – Grüne Welt

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Palmöl – Bei Rapunzel bio und fair

von Heike Mühldorfer, am 31 März 2015, A.Vogel, Gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit

Palmöl steckt in jedem zweiten Lebensmittel, sorgt für feine Cremigkeit. Doch sein Anbau zerstört fast immer wertvolle Regenwälder, Lebensraum von Tiger und Orang Utan. Dass es  auch anders geht, zeigt die Naturkostmarke Rapunzel. Seit über 20 Jahren verarbeitet sie Bio-Palmöl, setzt auf waldschonenden Bio-Anbau der Ölpalme, bei dem es außerdem fair zugeht für Mensch, Tier und der Natur vor Ort. Wie das funktionieren kann, habe ich Barbara Altmann, Leiterin der strategischen Rohstoffsicherung, gefragt.

Rapunzel ist seit 20 Jahren Vorreiter beim Öko-Palmöl. Wie kam es dazu?

Barbara Altmann: Im konventionellen Lebensmittelbereich werden gehärtete oder chemisch veränderte Fette verwendet, um den gewünschten Schmelzpunkt und die Cremigkeit zu erreichen. Für Bio-Produkte kommt dies natürlich nicht in Frage.

Ein Grund für den Bezug von Bio-Palmöl war die Herstellung der ersten Bio-Nuss-Nougat-Creme Samba vor über zwanzig Jahren. Hier spielt Palmöl als Zutat eine besondere Rolle für die Konsistenz und Cremigkeit. Palmöl bietet von Natur aus diese gewünschten Eigenschaften. Um es in nachhaltiger Bio-Qualität zu beziehen, hat Rapunzel den Bio-Anbau von Ölpalmen initiiert. Heute geht Rapunzel einen wichtigen Schritt weiter: hin zu 100 Prozent Fair und 100 Prozent Bio. Denn faires Bio-Palmöl respektiert die Lebensräume von Mensch, Tier und Natur.

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Die Leiterin der Strategischen Rohstoffsicherung von Rapunzel, Barbara Altmann bei der Ölmühle von Natural Habitats in Ecuador. © Rapunzel Naturkost

Sie sagen, dass bei Ihren Kooperationspartnern Mensch, Tier und Natur über den reinen Bio-Anbau hinaus profitieren. Wie kann ich mir das vorstellen?

Barbara Altmann: Bei den beiden Projekten Serendipalm aus Ghana und Natural Habitats aus Ecuador, aus denen Rapunzel faires Bio-Palmöl bezieht, profitieren nicht nur Natur und Tierwelt, sondern es wird beispielsweise soziale Projektarbeit kontinuierlich gefördert. Faire Preise mit Bio- und Fairhandels-Prämie ermöglichen es, nachhaltig zu arbeiten und wichtige Infrastrukturen vor Ort auszubauen. Die Kleinbauern werden unterstützt, Bio-Anbauprojekte aufzubauen. Außerdem profitieren die Bauern, weil sie keinen giftigen Spritzmitteln ausgesetzt sind.

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Hand-in-Hand – bio und fair läuft die Kooperation von Rapunzel und Natural Habitats ab. Hier Ronald de Wild und Alfons van der Aa mit Rapunzel-Chef Joseph Wilhelm in Ecuador. © Rapunzel Naturkost

Manche Großkonzerne springen auf den Zug auf, wechseln zu Öko-Palmöl. Was halten Sie davon? Ist das Greenwashing?

Barbara Altmann: Die Transparenz ist bei der Zusammenarbeit mit überschaubaren Projekten wesentlich höher als bei der Zusammenarbeit mit Großkonzernen. So beschränkt sich der Bio-Anbau der Großkonzerne meist auf einen sehr kleinen Prozentsatz der gesamt produzierten Menge an Palmöl.

Außerdem ist uns wichtig, dass unsere Lieferanten die gleiche Philosophie teilen. Dazu gehören neben einem sehr hohen Anspruch an die Bio-Qualität auch die sozialen und nachhaltigen Faktoren entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

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Das Bio-Palmöl-Projekt Serendipalm in Ghana gibt den Frauen vor Ort, wie hier Augusta Kanadu, eine Zukunft. © Rapunzel Naturkost

Seit Ende 2014 muss auf allen Zutatenlisten die Art der Fette angegeben werden. Wo bislang „pflanzliche Fette“ ausreichte, muss nun die Pflanze genannt werden. Palmöl hat den Ruf des Regenwaldkillers. Dabei ist Palmöl an sich, wenn nachhaltig und fair angebaut, eine ergiebige und besonders wertvolle Fettquelle. Ist die neue Lebensmittelkennzeichnung nun fatal oder eine Chance? Und was ist Ihr Rat an unsere Leserinnen und Leser?

Barbara Altmann: Wir sehen die neue Lebensmittelkennzeichnung durchaus als Chance. Wir hatten auch in der Vergangenheit auf unseren Produkten eine volle Deklaration der Zutaten. Dies wissen insbesondere Allergiker und Menschen mit Nahrungsunverträglichkeiten zu schätzen. Insofern ist die neue Kennzeichnung eine Hilfestellung für viele Verbraucher.

Mein persönlicher Rat an Verbraucherinnen und Verbraucher: Schauen Sie auf das Etikett und entscheiden Sie dann, ob Sie diese Lebensmittel auf Ihren Tisch bringen wollen. Denn gerade bei Convenience Food oder stark verarbeiteten Lebensmitteln sollte sich der Verbraucher auch bewusst entscheiden, ob er all diese Zutaten will und braucht.

Vielen Dank für das Interview.

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Zahlen und Fakten:

Rapunzel bezieht pro Jahr rund 400 Tonnen fair gehandeltes Bio-Palmöl. Dieses beziehen wir von zwei Partnern: Serendipalm aus Ghana und Natural Habitats aus Ecuador. Die Ölmühle Serendipalm ist ein wichtiger Arbeitgeber vor Ort und beschäftigt 220 Mitarbeiter, hauptsächlich Frauen ohne spezielle Ausbildung. Etwa 750 Kleinbauern bewirtschaften je im Schnitt zwei bis drei Hektar im Vertragsanbau – insgesamt etwa 2.000 Hektar. Für den Palmanbau wurde keinerlei Waldfläche gerodet. Die Palmfrüchte werden in der Ölmühle von Serendipalm mit großem Aufwand an Handarbeit zu Palmrohöl verarbeitet.

Natural Habitats besitzt eine eigene Palm-Plantage mit 300 Hektar sowie eine Ölmühle. Natural Habitats arbeitet zudem mit mehr als 100 eigenständigen Ölpalm-Bauern zusammen. Das Anbaugebiet der Bio-Palmfrüchte umfasst rund 4.000 Hektar.

Interview: Heike Mühldorfer

Mehr über die Palmöl-Projekte von Rapunzel erfahrt ihr auf www.rapunzel.de/faires-palmoel.

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  • […] ist das typisch orientalische Sesammus Tahin, das es auch in mehreren Varianten z.B. von Rapunzel gibt. Alle Zutaten werden in Minutenschnelle im Mixer püriert, dann ein wenig mit Herbamare® […]

  • […] können. Barbara Altmann hat hier im Blog schon über die Vorreiterrolle von Rapunzel berichtet: Palmöl – Bio und fair. Allerdings sind erst 0,02 Prozent der weltweit produzierten Palmöls aus Bio-Anbau. Wir können […]

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