A.Vogel Blog – Grüne Welt

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Schalt mal ab! Digital Detox im Urlaub

von Heike Mühldorfer, am 10 August 2015, Gesundheit, Lifestyle, Trend, Wohlfühlen

Endlich Urlaub! Und dieses Mal mit Digital Detox für Geist und Seele. Denn ich gönne mir in diesem Sommer (mindestens) zwei Wochen ohne Smartphone, E-Mail und Google, eine kleine „digtale Entgiftungskur“ also. Dazu inspiriert hat mich ein Büchlein, das im letzten Sommerurlaub zu mir gefunden hat. 

Es ist klein und kompakt in Taschenbuchformat gebunden, ideal zum Mitnehmen und prall gefüllt mit 365 Tipps, die helfen, sich mal „auszuloggen und besser zu leben“. In die Finger geraten ist es mir beim Durchstöbern eines gut sortierten Buchshops in San Francisco und seither habe ich sporadisch immer mal die ein oder andere Idee umgesetzt. Doch im Alltag ist es wirklich schwer, die Finger vom Handy zu lassen, denn beruflich und privat ist das Smartphone nun mal immer im Einsatz. Drum ist der Urlaub die beste Gelegenheit diese Routine zu durchbrechen und bewusst abzuschalten. Digital Detox also, eine digitale Entgiftungskur (den Begriff hat neuerdings sogar das britische Oxford Dictionary aufgenommen).

 

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Disconnect to reconnect – zuerst abschalten, um sich wieder (mit sich selbst) zu verbinden. Online organisierte Digital-Detox-Ferien im Silicon Valley. © Foto: Heike Mühldorfer

In den USA, genauer im Silicon Valley, kann man heute schon verlängerte Wochenendcamps buchen, in denen digital natives lernen wieder ohne Smartphone & Co. auszukommen (www.digitaldetox.org). Extra buchen brauche ich das nicht, bei mir heißt es ab nächster Woche einfach so: Zwei Wochen ohne What´s app-Nachricht und ständige E-Mail-Postfach-Kontrolle, ohne „das googel ich schnell mal“ oder die regelmäßige Erinnerung mit sanftem Pling für: „Hast du genug getrunken?“. Was ich mir davon erwarte? Mehr Kreativität und Zeit für bewusste Begegnungen – offline natürlich.

Das bringt Digital Detox

1. Einfach mal nichts tun

Wir sind so in Schwung mit all unseren täglichen Pflichten und Anforderungen, dass es schwer fällt, mal nichts zu tun. Selbst wenn ich mal zur Ruhe komme und sitze – egal ob am Tisch oder auf einer Wiese – schon nach wenigen Minuten ertappe ich mich beim Griff zum Smartphone. Neue Nachricht? Neue Meldung? Noch eine Runde Quizduell. Doch erholsam ist das nicht wirklich. Deshalb freue ich mich darauf, bewusst gar nichts zu tun. Selbst wenn das bedeutet:

2. Langeweile aushalten

Denn auch das kennen wir doch kaum noch. Langeweile darf nicht sein! Langeweile wird tunlichst vermieden, dazu haben wir uns genügend Strategien ausgedacht, wie wir online wie offline immer neue Aktivitäten entwickeln und uns damit ablenken. Dabei tut Langeweile gut. Das sagt zumindest eine Studie der Universität of Central Lancashire, die zeigt, wie wichtig Langeweile ist: Menschen sind kreativer, wenn sie zuvor eine Phase mit langweiliger Arbeit erlebt haben. Noch größer war das Kreativitäts-Potential, wenn Tagträume während der Arbeit möglich waren. Also:

3. Raum für Tagträume schaffen

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Früh raus, den Blick über neblige Felder schweifen lassen und noch ein wenig weiter träumen. © Foto: Heike Mühldorfer

Ab in die Hängematte und sich selbst und die Seele baumeln lassen. Oder einfach am Wasser sitzen und dem Glitzern der Sonne zusehen. Das Fenster aufmachen, sich bequem im Schaukelstuhl zurücklehnen, die Augen schließen und dann kann´s losgehen: Was wäre wenn? Beim Tagträumen sinnieren wir über Vergangenes und schmieden Pläne, malen uns die Zukunft aus. Das Gehirn ist dann nicht deutlich weniger aktiv als beim Denken, es sind nur andere Regionen, die wir dabei anregen, das so genannte Ruhestandard-Netzwerk (Default Mode Network). Studien haben gezeigt, dass zwischenzeitliches Abtauchen in diese Zone einen Kreativitätsschub und Motivation auslöst.

4. Natur (wieder-)entdecken

Gerade im Urlaub haben wir Zeit, um uns (wieder) mehr auf die Natur einzulassen und den Entdeckergeist wirken zu lassen. Viele Studien belegen, wie sich die Natur positiv auf die physische und psychische Gesundheit der Menschen auswirkt (Quelle: Bundesamt für Naturschutz) Und was gibt es Erhabeneres (und Entspannenderes) als durch einen wilden Wald zu streifen, Wildpflanzen auf der Bergwiese zu entdecken oder durchs Watt zu matschen und nach Muscheln zu suchen?

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Herrlich erfrischend und auch etwas abenteuerlich: Im kleinen See baden gehen. © Foto: Heike Mühldorfer

5. Sinne beleben

Mit allen Sinnen die Welt entdecken … hören, schmecken, riechen, fühlen und sehen, sich Zeit nehmen für neue Eindrücke, Begegnungen und Erlebnisse. Das funktioniert dann doch am besten mit voller Hingabe und sicherlich nicht mit Multi-Tasking und Ablenkung durch Smartphone & Co. Darauf freue ich mich besonders – auch wenn es wahrscheinlich erst mal nur in den nächsten zwei Wochen klappt.

Und wie hältst du es mit dem Smartphone im Urlaub? Ganz abschalten, nur morgens und abends checken oder gar nicht? Schreib gerne ins Kommentarfeld deine Erfahrungen. Auch ich werde nach dem Urlaub berichten, wie es mir ergangen ist mit meinem Digital-Detox-Urlaub.

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Unplug every day erschienen bei chroniclebooks.com. © Foto: Heike Mühldorfer

Text und Fotos: Heike Mühldorfer

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Reaktionen

  • […] mehr Raum in meinem Leben ein. Deshalb hatte ich so ein digitales Detox immer mal wieder eingelegt (warum, schreibe ich hier). Was im Urlaub gelingt, soll jetzt also auch im Alltag selbstverständlich werden. Auch, um […]

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