A.Vogel Blog – Grüne Welt

Blog für Rezepte, Natur und Lebensfreude. Mit Tipps für gesunde Ernährung, naturnahes Gärtnern und mehr Wohlbefinden.

Sprossen – die kleinen Kraftpakete gehen in die Schule

von Heike Mühldorfer, am 30 April 2014, A.Vogel, Gesunde Ernährung

Salamibrötchen, Schokokuss und süße Limo in der Großen Pause? Das gibt´s nicht mehr an der  evangelischen Gemeinschaftsschule in Berlin. Dort schlemmen die Kids jetzt Knusper-Müsli, Wraps und Sandwich. Von Schülern selbst gemacht und  – was ich besonders klasse finde –, sogar die Sprossen ziehen die Jugendlichen im Projekt selbst heran. Das klingt für mich unglaublich und ich bin richtig neidisch, denn an den Schulen, die meine Kinder und ihre Kumpels besuchen, gibt es keine so gesunden Pausen-Snacks. Da bin ich schon froh über den Apfel, den die Kids kaufen können oder ein Salatblatt auf dem Käsebrötchen, wenn der Schultag länger wird als gedacht. In Berlin läuft nun also seit Anfang Oktober das Projekt „Frühstückscompany„: Schülerinnen und Schüler organisieren und produzieren ihre gesunden Snacks mit ausschließlich vollwertigen und frischen Bioprodukten. Angeleitet durch Lucie Arendt in ihrem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ), übernehmen die Jugendlichen die Verantwortung für eine gesunde Ernährung – auch ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. Täglich bereiten Kids gesunde Snacks zu und verkaufen diese im Pausenkiosk. Sie haben viel Spaß an der Zusammenarbeit mit Gleichartigen, probieren aus und lernen viel dabei und sind sehr stolz auf ihr Projekt. Fragt man die Schüler, was ihnen am besten gefällt, stehen das Beobachten der Sprossen im Keimglas und die Mitbestimmung in der „Frühstückscompany“ ganz vorne.

„Das ist cool, das will ich zuhause auch probieren!“

Die Zitate zeigen, dass viele der Jugendlichen das, was sie lernen auch mit nach Hause nehmen, auch dort ihr Crunchy-Müsli für die ganze Familie machen, sie merken, wie einfach es ist, sich gesund zu ernähren. Und erfahren auch, wieviel besser es schmeckt. Für manche schult  das Projekt „Frühstückscompany“ auch noch die organisatorischen und buchhalterischen Fähigkeiten: Gemanagt wird es von einer Mini-Schülerfirma, sie entwickelte ein Label, sorgt fürs Marketing, kauft nachhaltig ein und macht die Buchhaltung. „Learning bei doing“ auf vielen Feldern! Und vom Gewinn profitiert die Klassenkasse.

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Sprossen auch zuhause ziehen

„Wir sind überzeugt davon, dass Ernährungsbildung nur dann nachhaltig sein und Essen nur dann wertgeschätzt werden kann, wenn gesunde Ernährung tagtäglich und als erlebbarer Teil konsequent an der Schule (vor-)gelebt wird, “ erklärt Susann Schubert, Mitinitiatorin der Internet-Plattform Food&movement, auf der sich Ernährungsbildungsprojekte wie die „Frühstückscompany“ präsentieren können. Idealerweise wird die Idee dann nach Hause getragen und dort weitergelebt. So wie in Berlin: Alle Jugendlichen bekommen nach Projektteilnahme ihr eigenes Keimglas samt BioSnacky® -Sprossensaat für zuhause. Und tatsächlich verändert das Projekt das Ernährungsverhalten der Kids: Mütter berichten darüber, dass ihre Kinder sich neuerdings selbst Sandwiches machen und mit Begeisterung zuhause Sprossen ziehen und anschließend im Salat genießen.

Das  nenne ich: In der Schule fürs Leben lernen …  Und was halten Sie von diesem Schulprojekt? Kennen Sie ähnliche Projekte?

 

Ein Keimglas im Einsatz. Die Fotos hat uns die „Frühstückscompany“ freundlicherweise zur Verfügung gestellt:

© frühstückscompany_03_AVogel_Sprossen

Tag 1 im Mini-Sprossen-Garten: Die bioSnacky-Keimsaat wird gespült und ins Licht gestellt.

© frühstückscompany_04_AVogel_Sprossen

Tag 2 im Mini-Sprossen-Garten: Allererste Würzelchen sind schon zu sehen.

Tag 3 im Sprossen-Garten: Erste Keimblättchen zeigen sich.

Tag 3 im Mini-Sprossen-Garten: Erste Keimblättchen zeigen sich.

Schüler ziehen Sprossen fürs Frühstück in BioSnacky Keimgläsern. Das Projekt der Frühstückscompany in Berlin macht Schule! © Foto: foodmovement.de

Tag 4 im  Mini-Sprossen-Garten: Heute wird geerntet! © alle Fotos: foodmovement.de

 

Das Projekt Frühstückscompany wird durch Unterstützung der Techniker Krankenkasse, der Stiftung Naturschutz und durch Sachspenden von A.Vogel ermöglicht. Bis zum Sommer sollen zehn Ernährungswissenschaftler ausgebildet werden, die das Projekt an zehn weiteren Berliner Schulen etablieren sollen.

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Reaktionen

  • […] nutze jede Etage mit einigen Tagen Zeitversatz. Meine Kinder können besonders gut mit dem Keimglas umgehen. Das Prinzip ist dabei immer dassselbe: Ein bis zwei Esslöffel der Keimsaat […]

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